Aus Anlegersicht zeigt der Ampega EurozonePlus Aktienfonds für 2025 ein insgesamt solides Bild. Die Wertentwicklung lag je nach Anteilklasse zwischen 8,86 % und 9,86 %, wobei die institutionelle Anteilklasse I (a) mit 9,86 % am besten abschnitt. Hauptgrund dafür ist die deutlich niedrigere Kostenbelastung: Die TER beträgt bei I (a) 0,72 %, während P (a) 1,33 % und M (t) 1,65 % kosten. Für Privatanleger ist besonders wichtig: Die Kostenunterschiede wirken langfristig stark auf die Nettorendite.
Der Fonds war zum Jahresende nahezu vollständig investiert: 99,87 % des Fondsvermögens lagen in Wertpapieren, nur 0,03 % in Bankguthaben. Damit ist der Fonds klar als Aktieninvestment zu verstehen und kaum defensiv über Liquidität abgesichert. Die Strategie setzt auf Aktien mit niedriger historischer Volatilität. Das passt zu Anlegern, die innerhalb des Aktienmarktes eine etwas ruhigere, qualitativ geprägte Ausrichtung suchen, ersetzt aber keinen echten Kapitalschutz.
Positiv fällt die breite Streuung auf. Die größten Ländergewichte lagen in Frankreich mit 26,97 %, Deutschland mit 18,93 % und Großbritannien mit 12,70 %. Besonders stark vertreten sind große, etablierte Unternehmen wie SAP, Schneider Electric, Allianz, LVMH, Sanofi, L’Oréal, Münchener Rück, Deutsche Telekom, Novartis und Zurich Insurance. Das Portfolio wirkt dadurch eher defensiv-qualitativ als spekulativ.
Ein wichtiger Punkt ist jedoch der Fremdwährungsanteil von rund 24 %. Obwohl der Fonds EurozonePlus heißt, investiert er auch in Großbritannien, Schweiz, Schweden, Norwegen und Dänemark. Dadurch entstehen zusätzliche Chancen, aber auch Währungsrisiken gegenüber dem Euro. Für Anleger, die bewusst ein reines Eurozoneninvestment suchen, ist das ein kritischer Aspekt.
Die Volatilität lag bei rund 12,35 % bis 12,40 %. Für einen Aktienfonds ist das moderat, aber keineswegs niedrig im Sinne eines sicheren Produkts. Marktpreisrisiken bleiben der zentrale Risikofaktor. Der Fonds nutzte keine Derivate, der Leverage lag nahe 100 %, was für eine transparente, weitgehend ungehebelte Aktienstrategie spricht.
Nachhaltig positioniert sich der Fonds als Artikel-8-Produkt mit ökologischen und sozialen Merkmalen. Positiv sind Ausschlüsse bei kontroversen Waffen, fossilen Brennstoffen über bestimmten Umsatzschwellen und UN-Global-Compact-Verstößen. Der Anteil nachhaltiger Investitionen lag jedoch nur bei 13,88 %, und die EU-Taxonomiequote beträgt 0 %. Anleger sollten den Fonds daher eher als ESG-berücksichtigend, nicht als konsequent nachhaltigen Impact-Fonds verstehen.
Kritisch zu sehen sind die Mittelabflüsse: In allen drei Anteilklassen gab es netto Rückgaben. Besonders die kleine institutionelle Anteilklasse I (a) schrumpfte deutlich. Das ist kein unmittelbares Qualitätsproblem, zeigt aber, dass Anlegergelder abgeflossen sind. Das gesamte Fondsvermögen von rund 147,1 Mio. EUR bleibt dennoch ausreichend groß.
Fazit: Der Ampega EurozonePlus Aktienfonds eignet sich für Anleger, die ein breit gestreutes, aktiv gemanagtes europäisches Aktienportfolio mit Low-Volatility-Ansatz suchen. Die Rendite 2025 war ordentlich, die Portfolioqualität wirkt hoch, und die Kosten der institutionellen Klasse sind attraktiv. Für Privatanleger sind jedoch die höheren Kosten, der Ausgabeaufschlag von bis zu 5 %, das volle Aktienmarktrisiko und der relevante Fremdwährungsanteil entscheidende Prüfpunkte.