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Berenberg Guardian 2025: Stabiler Kapitalerhalt mit begrenzter Rendite – defensiv, aber kosten- und marktabhängig

geralt (CC0), Pixabay

Der Berenberg Guardian verfolgt ein defensives Absolute-Return-Konzept: Ziel ist eine positive Jahresrendite bei möglichst geringer Schwankung und Schutz in fallenden Aktienmärkten. Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein grundsätzlich konservativ strukturiertes Portfolio, jedoch mit nur moderatem Anlageerfolg.

Das Fondsvermögen stieg von 147,98 Mio. EUR auf 171,73 Mio. EUR. Dieser Zuwachs resultierte weniger aus Performance, sondern vor allem aus Netto-Mittelzuflüssen von rund 24,47 Mio. EUR. Die größte Anteilklasse ist die institutionelle I-Klasse mit 124,51 Mio. EUR Fondsvermögen.

Die Portfoliostruktur ist klar defensiv geprägt: 91,19 % des Fondsvermögens lagen in Anleihen, überwiegend mit kurzer Restlaufzeit. Davon entfielen 74,56 % auf Laufzeiten unter einem Jahr und weitere 16,63 % auf Laufzeiten zwischen einem und drei Jahren. Das reduziert Zinsänderungsrisiken deutlich. Zusätzlich bestanden 8,29 % Bankguthaben beziehungsweise Termingelder. Der Derivateanteil war mit 0,14 % bilanziell gering, das zugrunde liegende Derivate-Exposure lag jedoch bei 42,25 Mio. EUR.

Die Wertentwicklung war gemischt. Die Anteilklassen erzielten 2025 folgende Ergebnisse: R A -0,45 %, M A +0,30 %, B A +0,89 % und I A +0,43 %. Damit wurde das Ziel einer positiven Rendite nicht in allen Anteilklassen erreicht. Besonders auffällig ist die schwache R-Klasse, was vor allem durch die hohe Kostenbelastung erklärbar ist: Die Gesamtkostenquote lag bei 1,57 %, während die günstigere B-Klasse nur 0,22 % kostete und entsprechend die beste Performance erzielte.

Positiv zu bewerten ist, dass der Fonds trotz eines für Absicherungsstrategien schwierigen Jahres leicht positive Ergebnisse in mehreren Anteilklassen erzielen konnte. 2025 war ein starkes Aktienjahr; Absicherungen gegen fallende Märkte kosteten daher Performance. Der Bericht nennt realisierte Verluste aus gekauften Optionen als wesentliche Quelle negativer Veräußerungsergebnisse. Die Zinskomponente lieferte dagegen einen stabilen positiven Beitrag.

Aus Risikosicht ist der Fonds vor allem für Anleger interessant, die Kapitalerhalt, kurze Laufzeiten und eine gewisse Absicherung gegen Aktienmarktrückgänge suchen. Die durchschnittliche Marktrisikoauslastung war mit 0,18 % niedrig, die durchschnittliche Hebelwirkung durch Derivate lag bei 1,54. Dennoch bleiben Derivate-, Kontrahenten-, Bonitäts- und Zinsrisiken relevant. Zudem ist zu beachten, dass die Absicherungsstrategie in stark steigenden Märkten eher belastet.

Fazit: Der Berenberg Guardian ist kein Renditetreiber, sondern ein defensiver Stabilitätsbaustein. Für sicherheitsorientierte Anleger kann der Fonds interessant sein, insbesondere in günstigen Anteilklassen. Für Privatanleger in der R-Klasse wirkt das Verhältnis aus Kosten und erzielter Rendite jedoch wenig überzeugend. Entscheidend bleibt, ob der Fonds in echten Marktstressphasen seine Schutzfunktion besser erfüllt als 2025 sichtbar werden konnte.

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