Der Jahresbericht zeigt aus Anlegersicht ein insgesamt sehr erfolgreiches Anlagejahr 2025. Die Anteilwerte stiegen deutlich: EUR R von 200,24 auf 255,84 Euro, EUR I von 65,17 auf 82,77 Euro und YEN I von 17.191,36 auf 21.937,96 Yen. Das entspricht jeweils rund +27 %. Die Performance wurde vor allem durch realisierte Gewinne aus Aktienverkäufen sowie hohe nicht realisierte Wertzuwächse getragen.
Positiv ist die klare Aktienausrichtung: Zum Jahresende waren 96,84 % des Fondsvermögens in japanischen Aktien investiert. Die größten Positionen wie Fast Retailing, Mitsubishi Heavy, Mitsubishi Electric, Fujikura, Hoya, Sony und Osaka Gas zeigen eine breite, aber deutlich wachstums- und industrieorientierte Ausrichtung. Der Fonds ist aktiv gemanagt, bildet keinen Index ab und kann dadurch Chancen abseits klassischer Benchmarks nutzen.
Kritisch zu sehen sind jedoch die hohen laufenden Kosten. Die TER liegt bei 2,34 % für EUR R, 1,95 % für EUR I und 1,88 % für YEN I. Für einen Aktienfonds ist das anspruchsvoll; Anleger müssen daher erwarten, dass das Management dauerhaft einen Mehrwert gegenüber günstigeren Japan-ETFs erzielt. Besonders bei der Retail-Tranche EUR R kommt zusätzlich ein Ausgabeaufschlag von 5 % hinzu.
Auffällig sind außerdem die Mittelabflüsse. In allen Anteilklassen gab es netto Rückgaben, besonders stark bei der YEN-I-Klasse, deren Fondsvermögen von rund 223,7 Mio. JPY auf nur 21,9 Mio. JPY sank. Das kann die Attraktivität für institutionelle Anleger mindern, auch wenn die Liquidität laut Bericht gut bleibt: Das Portfolio sei innerhalb von zehn Tagen vollständig liquidierbar.
Das Risikoprofil bleibt hoch. Der Fonds ist fast vollständig in japanische Aktien investiert und damit stark abhängig vom japanischen Aktienmarkt, vom Yen, von globalen Konjunkturerwartungen sowie geopolitischen Entwicklungen. Derivate werden vor allem im Währungsbereich eingesetzt; der durchschnittliche Leverage durch Derivate lag bei 1,77, was beobachtet werden sollte.
Nachhaltigkeitsseitig ist der Fonds als Artikel-8-Fonds eingestuft. Positiv ist, dass 94,47 % der Wertpapiere ein MSCI-ESG-Rating von mindestens BB aufweisen und keine Verstöße gegen die Ausschlusskriterien festgestellt wurden. Gleichzeitig strebt der Fonds keine nachhaltigen Investitionen an, und die EU-Taxonomiequote liegt bei 0 %. ESG ist hier also eher ein Filter als ein nachhaltiger Anlagekern.
Fazit: Der TBF JAPAN hat 2025 eine starke Wertentwicklung geliefert und überzeugt durch eine fokussierte, liquide Aktienstrategie für Japan. Für Anleger bleibt der Fonds interessant, wenn sie aktiv gemanagte Japan-Exponierung suchen und höhere Schwankungen akzeptieren. Die wichtigsten Schwachpunkte sind die hohen Kosten, die deutlichen Mittelabflüsse und die starke Abhängigkeit vom japanischen Aktienmarkt.
TBF JAPAN 2025: Starke Wertentwicklung, aber hohe Kosten und deutliche Mittelabflüsse
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