Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein gemischtes Bild. Der Fonds PSV WACHSTUM erzielte trotz eines schwierigen Marktumfelds eine positive Wertentwicklung: 3,20 % in der Anteilklasse R und 3,58 % in der Anteilklasse S. Damit konnte der Fonds Kapital erhalten und moderat vermehren, blieb jedoch hinter einer dynamischen Aktienmarktrendite zurück, was angesichts der defensiveren Beimischungen und Absicherungspositionen nachvollziehbar ist.
Die Portfoliostruktur ist weiterhin klar wachstums- und aktienorientiert. Aktien machen rund 67,6 % des Fondsvermögens aus, ergänzt durch Anleihen mit 21,5 %, Bankguthaben mit knapp 9,9 %, Zertifikate sowie Investmentanteile. Auffällig ist der Einsatz von Derivaten, deren Marktwert mit -4,76 % des Fondsvermögens negativ war. Gleichzeitig beträgt das Derivate-Exposure rund 24 Mio. EUR, was im Verhältnis zum Fondsvolumen von 36,2 Mio. EUR erheblich ist. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds ist nicht nur klassisch in Aktien und Anleihen investiert, sondern arbeitet aktiv mit Futures und Optionen, wodurch Chancen, aber auch zusätzliche Risiken entstehen.
Positiv zu werten ist die breite Streuung über Branchen, Länder und Anlageklassen. Größere Einzelpositionen sind unter anderem Allianz-Anleihen, Porsche AG, Bristol-Myers Squibb, Regeneron, Nike, PayPal und verschiedene Gesundheits- und Technologiewerte. Gleichzeitig zeigen Positionen wie IonQ, Plug Power, Quantum Computing oder DroneShield, dass auch spekulativere Titel beigemischt sind. Das erhöht das Renditepotenzial, kann aber bei Marktkorrekturen zu stärkeren Schwankungen führen.
Die Ertragslage war ordentlich, aber stark von realisierten Veräußerungsgewinnen abhängig. Das realisierte Ergebnis war positiv, während nicht realisierte Gewinne und Verluste das Ergebnis deutlich belasteten. Der Fonds erzielte insgesamt ein positives Jahresergebnis, allerdings zeigt die Zusammensetzung, dass die Performance nicht allein aus laufenden Dividenden und Zinsen stammt, sondern wesentlich aus Handelsaktivitäten.
Kostenmäßig ist die Anteilklasse S mit einer TER von 1,56 % günstiger als die Anteilklasse R mit 1,97 %. Beide Klassen haben zudem einen Ausgabeaufschlag von 4 %. Für Privatanleger ist das relevant: Die Kostenbelastung ist nicht niedrig und muss durch künftige Wertentwicklung erst verdient werden. Die S-Klasse erscheint aus Kostensicht attraktiver, setzt jedoch ein Mindestanlagevolumen von 1.000 EUR voraus.
Ein wichtiger Punkt ist die Änderung des Fondsprofils. Der Fonds hieß früher PSV Wachstum ESG und wurde am 21.05.2025 in PSV WACHSTUM umbenannt. Zudem bewarb er nur noch bis zum 14.08.2025 ökologische oder soziale Merkmale nach Artikel 8 der Offenlegungsverordnung. Nachhaltige Investitionen wurden nicht angestrebt, die EU-Taxonomiequote lag bei 0 %. Für Anleger, die gezielt einen ESG-Fonds suchen, ist das ein klares Warnsignal: Der Nachhaltigkeitscharakter wurde faktisch abgeschwächt.
Die Ausschüttung von 1,50 EUR je Anteil ist für ausschüttungsorientierte Anleger interessant. Allerdings stammt die Ausschüttungsfähigkeit teilweise aus realisierten Ergebnissen und Vorträgen; sie sollte daher nicht mit einer stabilen laufenden Ertragsrendite verwechselt werden.
Insgesamt eignet sich der Fonds eher für risikobereite Anleger, die eine aktiv gemanagte Mischstrategie mit deutlichem Aktienfokus, Derivateeinsatz und internationaler Streuung akzeptieren. Weniger geeignet erscheint er für Anleger, die eine kostengünstige, transparente, ESG-strenge oder sehr defensive Anlage suchen.
Fazit: Der PSV WACHSTUM lieferte 2025 eine solide, aber nicht herausragende Performance. Die breite Streuung und positive Jahresrendite sprechen für das Management, während Kosten, Derivateeinsatz, spekulative Einzeltitel und die Abkehr vom ESG-Profil kritisch zu sehen sind.