Aus Anlegersicht zeigt der Jahresbericht 2025 ein insgesamt stabiles, aber nicht überragendes Bild. Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr eine positive Wertentwicklung von 3,1 %. Über drei Jahre liegt die annualisierte Performance bei 4,5 % p. a., über fünf Jahre jedoch nur bei 1,0 % p. a. Damit konnte kurzfristig ein ordentliches Ergebnis erreicht werden, langfristig bleibt die Rendite eher moderat.
Positiv hervorzuheben ist die aktive Anpassung der Anlagestrategie. Das Fondsmanagement hat die Aktienfondsquote deutlich von 21,5 % auf knapp 33 % erhöht und damit auf das freundliche Aktienmarktumfeld reagiert. Gleichzeitig wurden Unternehmensanleihen reduziert; ihr Anteil sank von rund 49 % auf 33,9 %. Diese Umschichtung spricht für eine aktivere Chancenorientierung, erhöht aber auch die Abhängigkeit von Aktienmärkten.
Die Fondsstruktur wirkt breit diversifiziert: 32,9 % Aktienfonds, 33,9 % Unternehmensanleihen, 10 % Staats- und staatsnahe Anleihen, 5,3 % Rentenfonds sowie eine hohe Liquiditätsquote von 18,1 %. Die hohe Barreserve bietet Flexibilität und reduziert Schwankungen, kann aber bei steigenden Märkten renditedämpfend wirken.
Ein kritischer Punkt sind die Kosten. Die laufenden Kosten von 1,41 % sind für ein Portfolio mit hohem ETF- und Anleiheanteil relativ hoch. Für Anleger bedeutet das: Der Fonds muss dauerhaft spürbaren Mehrwert durch aktive Steuerung liefern, um diese Kosten zu rechtfertigen.
Auch das Fondsvolumen ist gesunken: von 123,5 Mio. Euro auf 114,2 Mio. Euro. Hauptgrund war ein deutlicher Mittelabfluss von netto rund 9,5 Mio. Euro. Das ist kein akutes Warnsignal, zeigt aber, dass Anlegergelder abgeflossen sind.
Die Ertragslage ist solide. Der ordentliche Nettoertrag betrug rund 1,48 Mio. Euro, das Jahresergebnis 3,41 Mio. Euro. Die Ausschüttung von insgesamt 36,19 Euro je Anteil ist für Stiftungsanleger attraktiv, allerdings wurde ein Teil der Ausschüttung aus dem Sondervermögen gespeist. Das sollte beobachtet werden, weil Ausschüttungen langfristig aus laufenden Erträgen und realisierten Gewinnen getragen werden sollten.
Nachhaltig ist der Fonds als Artikel-8-Produkt einzuordnen. 86,62 % der Investitionen waren auf ökologische oder soziale Merkmale ausgerichtet, der Anteil nachhaltiger Investitionen lag bei 15,70 %. Gegenüber dem Vorjahr ist dieser Anteil jedoch gesunken. Zudem gab es zwei Verletzungen der Ausschlusskriterien, was aus ESG-Sicht ein Schwachpunkt ist.
Die Risiken sind typisch für einen ausgewogenen Mischfonds: Aktienkursrisiken, Zinsänderungsrisiken, Kreditrisiken bei Unternehmensanleihen und Fremdwährungsrisiken. Rund 20 % des Fondsvolumens entfielen auf Fremdwährungen, davon 12 % auf US-Dollar. Die Dollar-Schwäche belastete 2025 entsprechend.
Fazit:
Für konservative bis ausgewogene Anleger, insbesondere Stiftungen mit Ausschüttungsbedarf, bleibt das Stiftungsportfolio Ulm grundsätzlich geeignet. Es bietet breite Streuung, laufende Erträge und eine nachhaltigkeitsorientierte Anlagestrategie. Gleichzeitig sollten Anleger die eher mäßige Fünfjahresrendite, die hohe Kostenquote, Mittelabflüsse, ESG-Ausnahmen und die Abhängigkeit von aktiven Allokationsentscheidungen kritisch im Blick behalten. Insgesamt wirkt der Fonds solide verwaltet, aber nicht besonders günstig und nur dann überzeugend, wenn das Management auch künftig durch aktive Steuerung Mehrwert schafft.