Die Anzeichen verdichten sich: Das globale Klimaphänomen El Niño könnte bereits zwischen Mai und Juli 2026 mit neuer Stärke zurückkehren. Meteorologen beobachten seit Monaten steigende Wassertemperaturen im äquatorialen Pazifik – ein typisches Frühsignal für die Entwicklung dieses einflussreichen Wettermusters.
Noch befindet sich das Klimasystem in einer neutralen Phase der El-Niño-Südliche Oszillation, doch genau in dieser Übergangsphase beginnen häufig die entscheidenden Veränderungen. Besonders brisant: Für den Zeitraum zwischen November 2026 und Januar 2027 sehen Experten bereits eine etwa 25-prozentige Wahrscheinlichkeit für einen sogenannten „Super El Niño“.
Was El Niño so gefährlich macht
El Niño ist weit mehr als ein regionales Wetterphänomen. Es handelt sich um eine großräumige Störung des Klimasystems, bei der sich die Passatwinde im Pazifik abschwächen und sich das Oberflächenwasser im zentralen und östlichen Pazifik deutlich erwärmt.
Die Folgen sind weltweit spürbar:
- Südamerika (vor allem Peru und Ecuador): Starkregen, Überschwemmungen und Einbrüche in der Fischerei
- Südostasien & Australien: Dürreperioden und erhöhte Waldbrandgefahr
- Afrika (Horn von Afrika): Überschwemmungen
- Atlantik: Häufig weniger Hurrikane
Dieses Ungleichgewicht zeigt: El Niño verteilt die Wärme der Erde neu – mit teils extremen Konsequenzen.
Warum sich die Lage jetzt zuspitzt
Aktuell liegen die Wassertemperaturen im äquatorialen Pazifik bereits seit fünf Monaten über dem Durchschnitt. Das ist ein klares Warnsignal. In der Vergangenheit gingen solche Entwicklungen oft einem El-Niño-Ereignis voraus.
Klimaforscher beobachten zudem Veränderungen in der Atmosphäre, die auf eine mögliche Destabilisierung des Systems hindeuten. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte sich das Phänomen in den kommenden Monaten weiter verstärken.
Das Gegenstück: La Niña
Das Gegenteil von El Niño ist La Niña. Dabei verstärken sich die Passatwinde, das Wasser im Pazifik kühlt ab und die globalen Wettermuster kehren sich teilweise um: Während Südamerika eher trockener wird, bringt La Niña in Australien und Teilen Asiens oft starke Regenfälle.
Ein wiederkehrender, aber unberechenbarer Zyklus
Der Wechsel zwischen El Niño, La Niña und neutralen Phasen erfolgt in unregelmäßigen Abständen von etwa drei bis fünf Jahren. Doch Intensität und Dauer sind schwer vorherzusagen. Ein starkes Ereignis kann bis zu 18 Monate andauern – mit erheblichen wirtschaftlichen und ökologischen Folgen.
Fazit
Die aktuellen Entwicklungen im Pazifik deuten darauf hin, dass sich das globale Klimasystem erneut in Bewegung setzt. Ob es tatsächlich zu einem starken oder sogar „Super El Niño“ kommt, ist noch offen – doch die Wahrscheinlichkeit steigt.
Fest steht: Sollte das Phänomen zurückkehren, könnten viele Regionen der Welt erneut mit extremen Wetterlagen konfrontiert werden. Für Landwirtschaft, Infrastruktur und Bevölkerung wäre das eine erneute Belastungsprobe.