In Berlin und dem Umland verdichten sich die Insolvenznachrichten aus sehr unterschiedlichen Branchen. Nach den von dir übermittelten Beschlüssen wurden zuletzt unter anderem für die Mutzenbacher Restaurant GmbH im Verfahren 3615 IN 2167/26, für die ENVARIS GmbH im Verfahren 3610 IN 2225/26, für die Interstar Logistic GmbH mit Beschluss vom 30. März 2026, für die Labor Pixel Grain GmbH im Verfahren 3608 IN 2100/26, für die MUNIMEX Lebensmittel Groß- und Einzelhandels GmbH im Verfahren 3603 IN 2033/26 sowie für die SEMA Personal GmbH im Verfahren 3605 IN 2124/26 vorläufige Insolvenzverwaltungen angeordnet. Im Fall der DEKON-SAN GmbH im Verfahren 670 IN 44/26 hat das Amtsgericht Potsdam die Befugnisse der bereits eingesetzten vorläufigen Insolvenzverwalterin erweitert, um die Fortführung des Geschäftsbetriebs zu sichern.
Besonders sichtbar ist die Entwicklung in der Berliner Innenstadtgastronomie. Die Mutzenbacher Restaurant GmbH mit Sitz in der Friedrichstraße tritt nach außen mit dem Restaurant „Mutzenbacher“ auf und wirbt selbst mit österreichischer Küche wie Wiener Schnitzel, Käsespätzle und Spinatknödeln. Im Impressum der Website ist die Mutzenbacher Restaurant GmbH unter der Friedrichstraße 95 als verantwortliche Gesellschaft ausgewiesen.
Im Umwelt- und Sanierungsbereich fällt die DEKON-SAN GmbH auf. Nach öffentlich zugänglichen Unternehmensprofilen besteht ihre Geschäftstätigkeit in Dekontaminations- und Sanierungsarbeiten nach Brand-, Wasser- und Schimmelpilzschäden, einschließlich Sofortmaßnahmen, Wiederherstellungsarbeiten sowie Entsorgung. Dass das Gericht der vorläufigen Insolvenzverwalterin nun ausdrücklich erlaubt, neue Verbindlichkeiten zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs einzugehen, spricht dafür, dass hier zumindest vorerst auf Fortführung gesetzt wird.
Ebenfalls betroffen ist die ENVARIS GmbH im Verfahren 3610 IN 2225/26. Das Unternehmen beschreibt sich selbst als Solar-Service-Dienstleister und bietet Leistungen von PV-Anlagenchecks und Gutachten über Wartung und Reparatur bis hin zum Recycling von Solaranlagen an. Die Firmenadresse am Friedrich-Olbricht-Damm 62 in Berlin findet sich auch im Impressum der Unternehmenswebsite wieder.
Im Logistiksektor geriet die Interstar Logistic GmbH unter vorläufige Insolvenzverwaltung. Öffentliche Registereinträge beschreiben den Unternehmensgegenstand als internationale Logistik- und Speditionsservices, Transportvermittlung, Import und Export sowie Informationsconsulting. Damit trifft die Entwicklung ein Unternehmen, das in einem ohnehin margenschwachen und stark konjunkturabhängigen Markt tätig ist.
Aus dem Kreativ- und Fotobereich stammt die Labor Pixel Grain GmbH – Professionelle Photographie im Verfahren 3608 IN 2100/26. Das Unternehmen bezeichnet sich selbst als „Fachlabor für professionelle Photographie“, firmiert unter der Rosenstraße 16/17 in Berlin-Mitte und tritt seit Jahren als professioneller Foto- und Labordienstleister auf. Öffentliche Hinweise auf Ausstellungen und Foto-Services zeigen, dass es sich nicht nur um ein klassisches Labor, sondern auch um einen im Berliner Fotoumfeld etablierten Anbieter handelt.
Im Lebensmittelhandel wurde für die MUNIMEX Lebensmittel Groß- und Einzelhandels Gesellschaft mit beschränkter Haftung im Verfahren 3603 IN 2033/26 eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet. Öffentliche Registerangaben nennen als Gegenstand den Handel mit Lebensmitteln, Getränken und Tiefkühlkost aller Art. Damit ist ein Unternehmen betroffen, das sowohl im Groß- als auch im Einzelhandel aktiv war.
Auch der Personaldienstleistungsmarkt ist nicht verschont. Die SEMA Personal GmbH im Verfahren 3605 IN 2124/26 wirbt selbst mit Personalvermittlung und Personaldienstleistungen insbesondere für Pflege, Medizin und soziale Bereiche. Auf der Website ist von überregionaler Vermittlung, mehreren Standorten und einem breiten Kundennetz die Rede; LinkedIn ordnet das Unternehmen der Personalbesetzung und Rekrutierung zu und nennt als Schwerpunkte Pflege, Soziales, Fachkräfte und Personalmanagement.
Die Verfahren zeigen, wie breit die wirtschaftlichen Spannungen inzwischen gestreut sind. Betroffen sind nicht nur klassische Problembranchen wie Gastronomie oder Logistik, sondern auch spezialisierte Solardienstleister, Sanierungsfirmen, Fotodienstleister, Lebensmittelhändler und Personaldienstleister. Gemeinsam ist all diesen Fällen, dass die Gerichte zunächst Vermögen sichern und prüfen lassen, ob eine Fortführung, Sanierung oder am Ende doch nur noch die geordnete Abwicklung möglich ist.