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Windpark Ahlerstedt GmbH & Co. KG: Hohe Verschuldung, stabile Erträge – aber schwindende Liquidität

geralt (CC0), Pixabay

Die Windpark Ahlerstedt GmbH & Co. KG bleibt auch 2024 ein wirtschaftlich tragfähiger Windparkbetreiber – allerdings mit spürbarem Ergebnisrückgang, sinkender Liquidität und weiterhin hoher Fremdfinanzierung. Der Jahresüberschuss beträgt 905.773 Euro und liegt damit deutlich unter dem Vorjahreswert von 1,21 Millionen Euro.

Erträge stabil, aber unter Vorjahr

Die Umsatzerlöse setzen sich zusammen aus:

  • Stromerzeugung: 3,16 Mio. Euro

  • Marktprämie: 853.000 Euro

  • Entschädigungszahlungen: 33.000 Euro

Damit bleibt das Geschäftsmodell solide, wenngleich der Jahresüberschuss um rund 308.000 Euro gegenüber 2023 zurückgeht.

Wesentliche Kostenblöcke:

  • Abschreibungen auf Anlagen: rund 1,80 Mio. Euro

  • Wartung/Instandhaltung: 339.000 Euro

  • Direktvermarktung: 132.000 Euro

  • Betriebsführung (technisch/kaufmännisch): je 59.000 Euro

  • Zinsaufwendungen: 204.000 Euro

Die sechs Enercon E115-Anlagen aus dem Repowering 2017/2018 werden linear über 16 Jahre abgeschrieben – ein planmäßiger und typischer Verlauf für ein Windparkprojekt in mittlerer Betriebsphase.

Bilanzsumme sinkt – Anlagenwert nimmt planmäßig ab

Die Bilanzsumme reduziert sich von 21,57 Mio. Euro auf 19,25 Mio. Euro.

Das Sachanlagevermögen sinkt infolge planmäßiger Abschreibungen von 17,77 Mio. Euro auf 15,97 Mio. Euro.

Das Umlaufvermögen nimmt ebenfalls ab:

  • Bankguthaben: 2,14 Mio. Euro (Vorjahr: 2,51 Mio. Euro)

  • Forderungen: 613.000 Euro (Vorjahr: 779.000 Euro)

Die Liquiditätsreserve bleibt komfortabel, zeigt jedoch eine abnehmende Tendenz.

Fremdfinanzierung bleibt hoch

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betragen 14,31 Mio. Euro (Vorjahr: 16,30 Mio. Euro). Die Tilgung verläuft planmäßig, dennoch bleibt die Fremdkapitalquote hoch.

Restlaufzeiten:

  • Bis 1 Jahr: 1,99 Mio. Euro

  • 1–5 Jahre: 7,15 Mio. Euro

  • Über 5 Jahre: 5,16 Mio. Euro

Die Kredite sind umfassend besichert durch:

  • Grundschulden

  • Sicherungsübereignung der Windenergieanlagen

  • Abtretung von Einspeise- und Vertragsansprüchen

  • Verpfändung von Reservekonten

Eigenkapitalstruktur typisch für KG-Modell

Das ausgewiesene Komplementärkapital ist formal negativ, wird jedoch durch Kommanditkapital ausgeglichen.

Kommanditkapitalstruktur:

  • Kapitalanteile: 8,44 Mio. Euro

  • Entnahmen kumuliert: –15,13 Mio. Euro

  • Gewinnvortrag: 9,63 Mio. Euro

  • Jahresüberschuss 2024: 905.773 Euro

Bemerkenswert ist der Hinweis im Anhang:
Durch Entnahmen lebt die Haftung der Kommanditisten in Höhe von 4,18 Mio. Euro wieder auf (§ 172 Abs. 4 HGB).

Das bedeutet: In Höhe dieses Betrags besteht eine potenzielle Nachhaftung.

Rückbauverpflichtungen als langfristige Belastung

Die Rückstellungen umfassen insbesondere:

  • Rückbauverpflichtung: 468.000 Euro

  • Abschlussprüfung: 6.000 Euro

Die Rückbauverpflichtung wird ratierlich aufgebaut und abgezinst – ein üblicher, aber langfristig relevanter Kostenfaktor.

Einordnung aus Anlegersicht

Positiv:

  • Solide operative Cashflows

  • Planmäßige Tilgung der Bankdarlehen

  • Marktprämien-System stabilisiert Erlöse

  • Keine Bestandsgefährdung im Anhang

Kritisch:

  • Hohe Verschuldung

  • Sinkende Liquidität

  • Ergebnisrückgang

  • Wiederauflebende Haftung der Kommanditisten

  • Abhängigkeit von Windaufkommen und Marktbedingungen

Fazit

Die Windpark Ahlerstedt GmbH & Co. KG ist ein etabliertes, ertragsfähiges Windparkprojekt in mittlerer Laufzeitphase. Die Finanzierung wird ordnungsgemäß bedient, der Cashflow bleibt positiv.

Gleichzeitig zeigt sich: Das Projekt steht in einer reifen Phase mit sinkender Anlagenrestwertbasis, hoher Verschuldung und zunehmendem Druck auf Liquidität und Ergebnisse.

Aus Anlegersicht handelt es sich um ein funktionierendes, aber kapitalintensives Infrastrukturprojekt, dessen wirtschaftliche Stabilität weiterhin maßgeblich von Windverhältnissen, Wartungskosten und Zinsniveau abhängt.

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