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P & S Renditefonds 2024/25: Starke Jahresrendite – aber mit hoher Aktienlast, Value-/Rohstoff-Schwerpunkt und spürbarer Kostenhürde
Umfassende Sicherungsmaßnahmen für Real Estate | Ventures UG angeordnet

P & S Renditefonds 2024/25: Starke Jahresrendite – aber mit hoher Aktienlast, Value-/Rohstoff-Schwerpunkt und spürbarer Kostenhürde

geralt (CC0), Pixabay

1) Kurzfazit aus Anlegersicht

Der P & S Renditefonds liefert im Berichtszeitraum (01.11.2024–31.10.2025) eine überzeugende Wertentwicklung von rund +15,5% (T und A) – in einem Umfeld, das laut Bericht von hoher politischer Unsicherheit, deutlichen Marktschwankungen und starken Währungsbewegungen geprägt war. Gleichzeitig ist der Fonds sehr aktienlastig (≈83–90% Aktienquote), setzt Derivate für Absicherung/Ertrag ein und trägt eine nicht triviale Kostenlast (TER 2,01% plus 5% Ausgabeaufschlag). Das Produkt ist damit eher rendite- und risikoorientiert als „defensiv“, auch wenn Absicherungen eingesetzt werden.

2) Performance und was dahinter steckt

Wertentwicklung:

Anteilklasse T: +15,52%, Anteilklasse A: +15,57% (BVI-Methode, ohne Ausgabeaufschlag).

Ergebnisqualität:

In beiden Anteilklassen ist das ordentliche Nettoergebnis negativ (laufende Erträge reichen nach Kosten nicht aus).

Der positive Jahreserfolg kommt überwiegend aus Kursgewinnen, insbesondere nicht realisierten Ergebnissen (Bewertungsgewinne/Veränderungen).

Das heißt: Der Fonds verdient sein Geld in diesem Jahr primär über Marktbewegungen, nicht über „Carry“ aus Zins/Dividende allein.

Implikation für Anleger: Solange Märkte tragen, funktioniert das Konzept gut. In Seitwärts-/Bärenmärkten kann die Kombination aus hoher Aktienquote + Kosten stärker „ziehen“ als bei günstigeren, passiveren Lösungen.

3) Portfolioaufbau: klarer Risiko-Fokus auf Aktien, dazu Overlay

Vermögensmix zum 31.10.2025:

Aktien: 83,42%

Anleihen: 4,79% (überwiegend kurze Laufzeiten < 1 Jahr)

Investmentanteile: 5,67% (u.a. S&P 500, EM-Asia Gov Bonds, US Treasuries 20+Y, S&P 500 Health Care)

Bankguthaben: 7,76–8,25%

Derivate gesamt: -1,89% (Bewertungseffekt; zugleich Exposure über Derivate ausgewiesen)

Auffällige Schwerpunkte (aus den größten Positionen/Listen ersichtlich):

Deutschland-Block sehr groß (Aktien Deutschland ~29,6% des Fondsvermögens).

Rohstoffe/Miners/Metalle stark vertreten (z.B. Barrick, Freeport-McMoRan, Hecla, Coeur, Anglo American, Rio Tinto, Glencore etc.).

Value/zyklische Titel & Sondersituationen erkennbar (z.B. CECONOMY, K+S, Salzgitter, BASF, Bayer, Telecom Italia).

Implikation: Das ist keine „breite Weltaktien“-Allokation wie ein MSCI World, sondern eine ausgeprägt aktive, thematisch/zyklisch geprägte Zusammenstellung. Das kann in bestimmten Regimen (Inflation/Rohstoff-/Value-Phasen) überdurchschnittlich laufen – kann aber auch längere Phasen relativer Schwäche gegenüber breiten Indizes verursachen.

4) Derivate- und Optionsstrategie: Ertrag plus Absicherung – mit Basisrisiko

Im Bericht wird beschrieben:

Absicherung über Index-Futures (z.B. DAX, E-Mini S&P 500) wurde phasenweise genutzt, im Nachhinein aber teilweise als „überflüssig“ bewertet.

Basisrisiko: Da das Portfolio nicht indexgleich ist, kann die Absicherung die Rendite negativ verzerren, besonders wenn Indexgewinne auf wenige Titel konzentriert sind.

Optionspositionen sind sichtbar, u.a. verkaufte Calls (z.B. auf Hecla/ Coeur) und gekaufte Index-Puts (S&P 500 Put).

Zusätzliche Risikokennzahlen:

Durchschnittlicher potenzieller Risikobetrag (VaR) ~2,43%, min 1,58%, max 3,16%

Durchschnittliche Hebelwirkung durch Derivate: 1,64

Implikation: Derivate werden nicht nur „kosmetisch“ genutzt. Das kann Risiko steuern und Zusatzertrag liefern, erhöht aber die Komplexität und das Modell-/Umsetzungsrisiko. Anleger sollten verstehen, dass die Absicherung nicht garantiert „glättet“ – sie kann auch Rendite kosten.

5) Währungsmanagement: wichtiger Renditetreiber (und -bremse)

Der Bericht betont die Bedeutung der USD-Bewegung für EUR-Anleger und beschreibt zeitweise USD-Absicherung, später nicht erneuert; außerdem eine JPY-Position als defensiver Baustein.
Für Anleger heißt das: Ein Teil des Ergebnisses hängt nicht nur von Aktienauswahl ab, sondern auch von Währungsentscheidungen (Timing, Hedge-Quote, Rollkosten).

6) Kosten, die man als Anleger wirklich spürt

Gesamtkostenquote (TER): 2,01% p.a. (ohne Transaktionskosten)

Ausgabeaufschlag: 5,00% (laut Anteilklassenmerkmale)

Transaktionskosten im Jahr: ~14.135 EUR (im Verhältnis zum Fondsvolumen eher moderat)

Implikation:
Für langfristige Anleger ist die Hürde hoch: Der Fonds muss nachhaltig Mehrwert durch aktives Management liefern, um TER + ggf. Ausgabeaufschlag gegenüber günstigeren Alternativen zu rechtfertigen. Besonders kritisch wird das, wenn Performance künftig näher an „Marktdurchschnitt“ liegt.

7) Mittelbewegungen & Anteilklassen-Signal

Gesamtfonds: Netto-Mittelabfluss ~ -1,90 Mio. EUR im Jahr.

Anteilklasse A: sehr deutlicher Rückgang des Fondsvermögens (u.a. durch Rücknahmen; Umlaufende Anteile halbieren sich grob von ~28k auf ~15k).

Interpretation (vorsichtig): Das kann auf Anlegerumschichtungen, Vertriebssituation oder Anteilklassenstruktur hindeuten. Es ist nicht automatisch negativ für die Strategie – aber es ist ein Relevanzsignal, weil starke Abflüsse Management/Handel beeinflussen können.

8) Für wen passt der Fonds – und welche Fragen sollte man stellen?

Passt tendenziell für Anleger, die…

eine aktive, zyklisch/value-lastige Aktienstrategie suchen,

Rohstoff-/Minensektor-Risiko bewusst eingehen,

mit höherer Volatilität leben können,

das Derivate-Overlay akzeptieren und verstehen.

Weniger passend für Anleger, die…

eine „Core“-Weltaktienlösung mit maximaler Diversifikation wollen,

Kosten minimieren müssen,

eine klar definierte, dauerhaft niedrige Aktienquote erwarten.

Gute Due-Diligence-Fragen an das Management:

Wie wird die strategische Aktienquote gesteuert (harte Bandbreiten vs. Opportunismus)?

Wie wird das Basisrisiko bei Index-Hedges künftig reduziert?

Welche Rolle haben Rohstoff-/Mining-Positionen strategisch (Inflationsschutz vs. Alpha)?

Gibt es eine klare Währungs-Hedge-Policy oder ist das diskretionär?

Wie wird sichergestellt, dass nach Kosten (TER) langfristig Netto-Alpha entsteht?

9) Abschlussqualität / Governance

Der Jahresbericht wurde von KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und es wurde ein positives Prüfungsurteil hinsichtlich der KAGB-/EU-Konformität ausgesprochen. Außerdem wird erwähnt, dass keine Wertpapierfinanzierungsgeschäfte/Total-Return-Swaps im Berichtszeitraum vorlagen. Die Kapitalverwaltungsgesellschaft ist die Universal-Investment-Gesellschaft mbH.

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