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ART Global Macro (Universal-Investment) – Anlegeranalyse: Rendite aus Makro-Signalen, aber mit hohem Derivate- und Kostenhebel
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ART Global Macro (Universal-Investment) – Anlegeranalyse: Rendite aus Makro-Signalen, aber mit hohem Derivate- und Kostenhebel

geralt (CC0), Pixabay

1) Kurzfazit aus Anlegersicht

Der ART Global Macro ist kein „klassischer Mischfonds“, sondern ein aktiv (quantitativ + fundamental) gesteuerter Global-Macro-Ansatz, der über Futures und Währungen aktiv Risiken ein- und aussteuert. Im Berichtsjahr wurde eine starke absolute Wertentwicklung erzielt (Anteilklasse I +15,82%, CHF +14,30%), während das Risiko über Index-Futures (teils netto short Aktien) und gleichzeitig hohes Staatsanleihen-Exposure gemanagt wurde.
Für Anleger attraktiv als diversifizierender Baustein – aber nur, wenn man Derivate-Hebel, höhere Komplexität und relevante Gebühren (inkl. Performance Fee) bewusst akzeptiert.

2) Strategie & „Wie“ die Rendite entstehen soll

Ziel: positive Rendite möglichst unabhängig vom Marktumfeld (Absolute-Return-Charakter).

Umsetzung: Long/Short über mehrere Anlageklassen (Aktien, Staatsanleihen, Inflationsmärkte, Währungen), stark derivategestützt.

Entscheidungslogik: Fundamentale Makro-Logik + Nowcasting (Echtzeit-Indikatoren), regelbasiert über historische Zyklen getestet.

Wichtig für Anleger: Das ist ein Ansatz, bei dem die Rendite weniger aus „Buy & Hold“ kommt, sondern aus Timing/Positionierung (Makro-Regime, Zinsen, Länder/Sektoren, FX).

3) Performance & Ergebnisqualität

Wertentwicklung (01.11.2024–31.10.2025):

Anteilklasse I: +15,82%

Anteilklasse CHF: +14,30%

Ergebnisstruktur (Anteilklasse I):

Ordentliches Nettoergebnis: negativ (u.a. Gebührenlast übersteigt laufende Erträge).

Der Haupttreiber des positiven Jahresergebnisses waren Veräußerungsgewinne, explizit: realisierte Gewinne aus gekauften Futures.

Das heißt: Das Berichtsjahr war handel-/signalgetrieben, nicht „Carry-getrieben“ (Dividenden/Zinsen sind vorhanden, aber nicht dominant).

4) Wachstum & Mittelbewegungen: Fonds „skaliert“ stark

Fondsvermögen stieg (laut Übersicht) von ca. 56,9 Mio. EUR auf ca. 116,0 Mio. EUR – also mehr als verdoppelt.

Netto-Mittelzufluss im Geschäftsjahr: ~45,0 Mio. EUR (deutliches Anlegerinteresse/Vertriebsdynamik).

Anlegerimplikation: Mehr Volumen kann Stabilität bringen (Liquidität/Umsetzbarkeit), kann aber bei sehr taktischen Strategien auch eine Kapazitätsfrage sein – hier wirkt es aufgrund der Nutzung liquider Futures/Indizes tendenziell gut skalierbar.

5) Portfolio-Realität: „Viele Aktien“, aber nicht zwingend viel Aktienrisiko

Stichtag 31.10.2025 – Fondsstruktur (grob):

Aktien: ~78%

Anleihen: ~4%

Investmentanteile (u.a. ETFs): ~9%

Bankguthaben: ~11%

Derivate/Futures: negativ ausgewiesen (u.a. Short-Positionen / Margin-Mechanik)

Der entscheidende Punkt:
Das Management nennt ein durchschnittliches Netto-Aktien-Exposure von -21,52%, gesteuert über Aktienindex-Futures. Gleichzeitig lag das durchschnittliche Staatsanleihen-Exposure bei 166,24% (Futures, 10–30 Jahre).
→ Das ist typisch „Global Macro“: Aktienpositionen werden gehalten, aber das Marktrisiko wird darübergelegt/abgesichert (oder sogar netto short gefahren), während Zinspositionen stark dominieren können.

6) Regionale & thematische Schwerpunkte (Aktienbuch)

Auffällig ist eine starke Gewichtung in Lateinamerika/EM sowie Rohstoff-/Energie- und „Special Situations“-Charakter:

Große Länderanteile im Aktienblock u.a.: USA (~31%), Kaimaninseln (~10,6%), Argentinien (~8,7%), Brasilien (~7,1%), Kanada (~5,35%), Deutschland (~4,45%).

ETFs: u.a. iShares MSCI Brazil UCITS ETF (8,17% am Fondsvermögen) und iShares MSCI Turkey UCITS ETF (0,85%).

Viele Einzeltitel sind zyklisch, rohstoffnah, EM-bezogen oder aus dem Biotech/Tech-Wachstumssegment.

Interpretation: Das passt zu einer makrogetriebenen Sicht („günstig bewertete Länder/Sektoren“, Chancen bei Rückschlägen), bringt aber höhere politische/FX/Volatilitätsrisiken, besonders bei Argentinien/Brasilien/Türkei-Bezug.

7) Derivate, Risiko & Hebel: hier liegt die eigentliche „DNA“

Derivate-Exposure (zugrundeliegend): ~813,6 Mio. EUR – deutlich über Fondsvermögen → Hinweis auf Hebel über Futures.

Durchschnittliche Hebelwirkung im Geschäftsjahr: 9,31.

VaR (99%, 1 Tag, historisch): durchschnittlich 3,07%, Spanne 1,75%–4,09%.

Was das praktisch heißt:

Das Risikobudget wird aktiv genutzt; das kann in Stressphasen schnell helfen oder schaden – je nach Signalqualität.

Die Short-Aktienindexfutures (z.B. auf große Indizes) zeigen, dass das Management Marktrisiken sehr direkt steuert.

Zusätzlich bestehen Währungsfutures (u.a. EUR/USD & weitere Paare) → eigenständige Rendite-/Risikokomponente.

8) Liquidität & Umsetzung

Bankguthaben ~11% plus hohe Variation Margin als sonstige Vermögensgegenstände (typisch für Futures-Strategien).

Einsatz vieler großer Terminbörsen und Standardkontrakte → grundsätzlich gute Liquiditätsbasis.

Kreditaufnahme ist vorhanden (z.B. JPY-Kredit), aber nicht dominierend.

Anlegerimplikation: Struktur wirkt eher wie ein liquider Macro-Trading-Fonds, weniger wie ein illiquider Alternatives-Fonds.

9) Kosten: entscheidend für die Nettorendite

Gesamtkostenquote (ohne Transaktionskosten):

Anteilklasse I: 1,56% p.a.

Anteilklasse CHF: 1,57% p.a.

Erfolgsabhängige Vergütung (als % des durchschnittlichen NAV im Jahr):

I: 1,73%

CHF: 0,47%

Transaktionskosten ausgewiesen: ~377 Tsd. EUR (für das Jahr).

Lesart: Die Performance Fee kann die Nettorendite spürbar reduzieren – im starken Jahr „okay“, in Seitwärts-/schwächeren Jahren kann sie (je nach Modell/High-Water-Mark-Logik im Prospekt) die Renditeasymmetrie für Anleger verschlechtern. Das sollte man bewusst einkalkulieren.

10) Für wen passt der Fonds – und für wen eher nicht?

Eher passend, wenn Sie…

einen taktischen Diversifikator suchen (Zinsen/FX/Equity-Hedges),

bereit sind, Komplexität + Derivatehebel zu akzeptieren,

Schwankungen aushalten und nicht „planbare“ Erträge erwarten.

Eher nicht passend, wenn Sie…

ein transparentes, „ruhiges“ Buy-and-Hold-Produkt suchen,

Performance stark an Aktienmärkte koppeln wollen (hier ist Netto-Exposure variabel, teils negativ),

Gebühren/Performance Fee grundsätzlich vermeiden möchten.

Formale Qualität

Der Jahresbericht wurde von KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft (Prüfungsurteil: entspricht den Vorschriften), Verwahr-/Brokerbezug u.a. über Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG. Verwaltungsgesellschaft: Universal-Investment-Gesellschaft mbH.

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