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Aktienlastiger Mischfonds mit Wachstumsschub: Was der Jahresbericht 2024/25 für Anleger wirklich aussagt

geralt (CC0), Pixabay

1) Kurzfazit aus Anlegersicht

Der Fonds FVM Offensiv hat im Geschäftsjahr 01.11.2024–31.10.2025 eine solide, aktiengetriebene Rendite von rund +8,7% bis +8,8% erzielt (je Anteilklasse). Das Profil ist klar offensiv: eine sehr hohe Aktien-/Aktienfondsquote (92,2%), nur geringe Liquidität und praktisch keine Anleihen. Positiv ist die breite Mischung aus Einzeltiteln und ETFs sowie die kleine Goldbeimischung (2,7%) als Stabilitätsanker. Kritisch: Der laufende Ertrag reicht nicht aus, um die Kosten zu decken – die Performance kommt primär aus Kursgewinnen.

2) Fondsprofil & Strategie: „Offensiv“ ist hier wörtlich zu nehmen

Anlagevorgabe: mind. 51% in Aktien/Aktienfonds, faktisch am Periodenende deutlich darüber (Aktienquote inkl. Fondsanteile 92,2%).

Diversifikation: Branchenstreuung steht im Vordergrund; Länder-/Währungssteuerung ist „nachgeordnet“.

Stil-Mix: Kombination aus aktiv (Einzeltitel/aktive Fonds) und passiv (ETFs).

„Zukunftsthemen“ explizit – inklusive Möglichkeit, über OGAW-konforme Vehikel Technologie/Peripherie abzubilden.

Anlegerimplikation: Sie kaufen im Ergebnis nahezu ein globales Aktienportfolio (plus kleine Beimischungen) – also hohe Chancen, aber auch hohe Drawdown-Risiken in schwachen Aktienjahren.

3) Vermögensentwicklung: Mittelzuflüsse + Marktperformance treiben Wachstum

Fondsvermögen stieg von 18,68 Mio. EUR auf 24,21 Mio. EUR (≈ +29,6%).

Treiber:

Netto-Mittelzufluss: +3,77 Mio. EUR

Ergebnis des Geschäftsjahres: +1,97 Mio. EUR

In der Vergleichsübersicht (AK I) ist der Anteilwert über mehrere Jahre gestiegen (42,00 → 58,74 EUR von 2021/22 bis 2024/25), was auf kontinuierlichen Wertzuwachs hindeutet – ohne Garantie für die Zukunft.

Anlegerimplikation: Der Fonds gewinnt an Größe und Akzeptanz (mehr Anteile im Umlauf). Mehr Volumen kann Handel/Spreads verbessern, ist aber bei einem sehr aktienlastigen Portfolio kein Risikofaktor an sich.

4) Portfolio-Aufbau: 50/50 Aktien & Fonds – aber inhaltlich stark aktiengetrieben

Stichtag 31.10.2025:

Aktien: 47,41%

Investmentanteile: 50,01% (überwiegend Aktien-ETFs/aktiennahe Themen)

Gold-ETF (innerhalb Investmentanteile): 2,66% (entspricht ~2,7% Goldquote)

Bankguthaben: 2,85%

Derivate: 0,18% (DAX-Put)

Was sich geändert hat (laut Bericht):

Erhöhungen: Emerging Markets, Bau, IT, plus neues Sonderthema KI.

Reduktionen: Unterbewertung, Gesundheit, Wasser.

Neu: Goldbeimischung.

Absicherung: ein DAX-Put als kleiner Hedge-Baustein.

Anlegerimplikation: Das Portfolio ist nicht defensiv „abgefedert“, sondern bleibt primär ein Aktienmotor. Der Hedge ist klein; er kann in Stressphasen helfen, aber er wird einen großen Markteinbruch nicht „neutralisieren“.

5) Performance: ordentlich – aber stark von Kursgewinnen abhängig

Wertentwicklung:

Anteilklasse I: +8,68%

Anteilklasse S: +8,83%

Ergebnisquellen (vereinfacht):

Ordentliche Erträge (Dividenden/Zinsen/Fondserträge) sind positiv, aber

ordentliches Nettoergebnis ist negativ (Kosten > laufende Erträge).

Der Gewinn kommt vor allem aus realisierten Kursgewinnen (Veräußerungsergebnis deutlich positiv) plus Bewertungsgewinnen.

Anlegerimplikation: Das ist typisch für „offensive“ Portfolios – aber wichtig: Wenn Märkte seitwärts laufen, können Kosten stärker durchschlagen, weil Kursgewinne als Kompensation fehlen.

6) Kosten & „Kostenqualität“: im Rahmen, aber spürbar

Gesamtkostenquote (ohne Transaktionskosten):

AK I: 1,46% p.a.

AK S: 1,31% p.a.

Erfolgsabhängige Vergütung:

AK I: 0,09%

AK S: 0,11%

Transaktionskosten: 23.199 EUR (im Kontext der Fondsgröße eher moderat).

Ausgabeaufschlag:

AK I: 1,00%

AK S: 0,00%, aber Mindestanlage 1.000.000 EUR.

Anlegerimplikation: Für einen aktiv gemanagten, global ausgerichteten Aktien-Mischfonds ist das Kostenniveau nicht ungewöhnlich, aber: Die Tatsache, dass das ordentliche Nettoergebnis negativ ist, zeigt, dass die Kosten nicht aus laufenden Erträgen getragen werden – Anleger sind also auf Marktrendite/Kursgewinne angewiesen.

7) Risiko & Steuerung: VaR moderat, Aktienrisiko bleibt dominant

Derivateeinsatz ist klein (Bestand 0,18%; durchschnittliche Hebelwirkung ~0,98).

VaR (historische Simulation, 99%, 1 Tag):

min 1,59% / max 3,26% / Ø 2,44%

Kein Hinweis auf Wertpapierleihe/Gesamtrendite-Swaps im Berichtszeitraum.

Nachhaltigkeit: Artikel-6-Produkt (kein Artikel 8/9), PAI nicht verbindlich auf Fondsebene.

Anlegerimplikation: Formell wirkt das Marktrisiko-Controlling solide; praktisch bleibt das Kernrisiko die Aktienmarkt-Volatilität (inkl. Themen-/Sektorrotationen, EM-Anteile, Tech-/KI-Schwerpunkt).

8) Ausschüttung: eher klein im Verhältnis zur Wertentwicklung

AK I: Ausschüttung 0,21 EUR je Anteil (Endausschüttung).

AK S: Ausschüttung 15,00 EUR je Anteil (Endausschüttung).

Gleichzeitig wird ein großer Teil als Vortrag/Thesaurierungsähnlicher Effekt weitergeführt (Vortrag auf neue Rechnung).

Anlegerimplikation: Wer primär laufende Erträge sucht, findet hier eher begrenzte Ausschüttungsorientierung. Der Fokus liegt auf Wertsteigerung.

9) Governance/Prüfung: formale Qualität gegeben

Der Abschluss wurde von KPMG AG geprüft; das Prüfungsurteil bestätigt die Ordnungsmäßigkeit nach KAGB/Regelwerken. Verwaltung über Universal-Investment-Gesellschaft mbH.

10) Für welche Anleger passt das – und für wen eher nicht?

Eher passend, wenn Sie…

einen langfristigen Anlagehorizont haben,

Aktienrisiko aushalten können (inkl. temporärer zweistelliger Rückgänge),

einen „gemanagten“ Mix aus Einzeltiteln + ETFs + Themenbausteinen wollen.

Eher unpassend, wenn Sie…

Kapitalerhalt/geringe Schwankungen priorisieren,

laufende Ausschüttungen als Hauptziel haben,

ein defensives Rentenpolster im Fonds erwarten (Anleihen: aktuell praktisch null).

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