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Belvoir Global Allocation II Universal: Solide absolute Rendite – aber teuer und stark US-Tech-lastig

geralt (CC0), Pixabay

1) Ergebnis aus Anlegersicht: +5,44 % im Geschäftsjahr – ordentliche, aber nicht herausragende absolute Performance

Für den Zeitraum 01.11.2024 bis 31.10.2025 weist der Bericht eine Wertentwicklung von +5,44 % (BVI, ohne Ausgabeaufschlag) aus. In einem insgesamt freundlichen Aktienumfeld ist das eine positive, aber eher moderate Jahresrendite – vor allem, weil der Bericht selbst beschreibt, dass globale Aktienmärkte teils neue Höchststände erreicht haben. Damit wirkt der Fonds eher defensiver bzw. durch Absicherungen/Anleihenanteil gedämpft, statt die Aktienrally voll mitzunehmen.

Positiv ist, dass das Jahresergebnis (+978 Tsd. EUR) nicht nur „auf dem Papier“ entstand: Das realisierte Ergebnis ist zwar kleiner, aber vorhanden (realisiertes Ergebnis 251 Tsd. EUR; Veräußerungsergebnis +189 Tsd. EUR), und die wesentlichen Quellen der Gewinne waren laut Bericht realisierte Gewinne aus ausländischen Aktien.

2) Portfolio & Steuerung: ausgewogene Mischstrategie, aber klarer Stil-Fokus

Zum Stichtag 31.10.2025 ist das Portfolio grob ein klassischer Multi-Asset-Mix:

Aktien: 56,31 %

Anleihen: 39,04 %

Bankguthaben: 4,51 %

Derivate netto: -0,95 % (überwiegend Währungs-Future EUR/USD)

Im Vergleich zum Vorjahr fällt auf:

Anleihenquote steigt deutlich (von 26,04 % auf 39,04 %).

Liquidität sinkt (von 13,59 % auf 5,54 %).

Investmentanteile (Fonds/ETFs) wurden vollständig abgebaut (von 6,35 % auf 0,00 %).

Das Management beschreibt nur geringe Anpassungen in der Asset Allocation; die Aktienquote lag meist knapp über 50 % bis ca. 65 %. Auf der Rentenseite liegt der Fokus auf kurzer Duration und Investment Grade – das ist grundsätzlich risikoärmer als lange Laufzeiten oder High Yield, begrenzt aber in manchen Marktphasen auch die Ertragschancen.

3) Konzentrations- und Stilrisiko: sehr hohe USA- und Technologie-Prägung

Auch wenn es „global“ heißt: Bei den Aktien dominiert USA deutlich. In der Länderaufteilung der Aktien sind USA mit 43,75 % des Fondsvermögens der zentrale Block.

Bei den Einzelpositionen sind große Wachstums-/Tech-Namen prominent, u. a.:

Apple 6,73 %

NVIDIA 4,94 %

Microsoft 2,07 %

Berkshire Hathaway 3,34 %

ASML 1,54 %

Das ist aus Renditesicht nachvollziehbar (Tech war Treiber), bedeutet für Anleger aber: Klumpenrisiko über Stil (Growth/Tech), Region (USA) und Faktor (KI/Big Tech). Wenn diese Segmente drehen, kann der Fonds trotz Anleihenbeimischung spürbar nachgeben.

4) Währungsmanagement & Derivate: überwiegend EUR, USD tendenziell abgesichert

Der Bericht sagt, die Allokation war mehrheitlich in EUR (meist >70 %), Fremdwährungsanteile wurden teilweise über Devisen-Futures abgesichert (USD). Stichtagsnah ist ein EUR/USD-Future ausgewiesen (netto -0,95 % Fondsvermögen). Das reduziert Währungsvolatilität, kann aber in Phasen eines starken USD auch Rendite kosten.

Risikoseitig wirkt der Derivateeinsatz kontrolliert:

durchschnittlicher potenzieller Risikobetrag (VaR) 2,15 %

durchschnittliche Hebelwirkung 1,48

Das spricht eher für Absicherung/effiziente Steuerung als für aggressives Leverage-Trading.

5) Kosten: TER ok – aber die „gelebten“ laufenden Gebühren wirken hoch

Die ausgewiesene Gesamtkostenquote (ohne Transaktionskosten) liegt bei 1,89 % – das ist für einen aktiv verwalteten Mischfonds nicht unüblich.

In der Ertrags- und Aufwandsrechnung fällt aber auf, dass die Verwaltungsvergütung im Berichtszeitraum sehr hoch ins Gewicht fällt (-3,40 je Anteil). Gleichzeitig sind die laufenden Erträge (Zinsen/Dividenden netto) relativ überschaubar (ordentlicher Nettoertrag 0,61 je Anteil). Für Anleger heißt das: Die Nettorendite hängt stark davon ab, ob das Management durch Aktienselektion/Timing ausreichend Mehrwert generiert, denn die Kosten müssen erst „verdient“ werden.

Zusätzlich gab es Transaktionskosten von 58.454 EUR – nicht extrem, aber bei einem Fonds dieser Größe relevant.

6) Fondsgröße & Anlegerverhalten: deutliche Mittelabflüsse

Das Fondsvermögen sank von 21,60 Mio. EUR auf 18,45 Mio. EUR. Hauptgrund sind Netto-Mittelabflüsse von rund -4,17 Mio. EUR (Rücknahmen deutlich höher als Zuflüsse). Gleichzeitig stieg der Anteilwert von 170,11 EUR auf 179,37 EUR – also: Performance positiv, aber Anleger haben dennoch Kapital abgezogen. Das kann viele Gründe haben (Risikoneigung, Alternativen, Kostenwahrnehmung), ist aber ein Signal, das man beobachten sollte.

7) Was spricht für den Fonds?

Stabiler Multi-Asset-Mix mit substanzieller Anleihenquote.

Investment-Grade-Renten und (laut Bericht) eher kurze Duration → tendenziell geringeres Zinsänderungsrisiko als lange Laufzeiten.

Währungsabsicherung reduziert EUR-Anleger-Schwankungen.

Derivateeinsatz wirkt kontrolliert (VaR, Hebel).

8) Was sind die Hauptkritikpunkte/Risiken?

Hohe Abhängigkeit von US-Tech/Growth (Klumpenrisiko).

Kostenbelastung spürbar; Mehrwert muss sich dauerhaft zeigen.

Mittelabflüsse und sinkende Anteile im Umlauf (von 126.965 auf 102.880) → kann perspektivisch Skaleneffekte verschlechtern.

Klassische Risiken (Aktien-, Zins-, Emittenten-, Währungsrisiko) bleiben – geopolitische Risiken werden im Bericht explizit hervorgehoben.

9) Einordnendes Fazit für Anleger

Der Fonds liefert im Berichtsjahr eine solide positive Rendite bei einem Portfolio, das nicht voll auf Aktien gesetzt hat. Wer eine gemischte Strategie mit EURO-Referenz und (teilweiser) USD-Absicherung sucht, findet hier ein plausibles Konstrukt.

Entscheidend aus Anlegersicht ist jedoch die Frage: Rechtfertigt die aktive Steuerung die Kosten – gerade bei spürbarer US-Tech-Konzentration? Wer diese Stilprägung bewusst möchte, kann den Fonds als „gesteuerte Tech-lastige Mischlösung“ sehen. Wer dagegen breite Diversifikation und Kosten-Effizienz priorisiert, wird sehr genau auf laufende Gebühren, Risiko/Ertragsprofil und künftige Mittelabflüsse achten wollen.

Abschließend: Der Jahresbericht wurde von Deloitte GmbH mit Prüfungsurteil versehen (ordnungsgemäß nach KAGB/Regelwerk), was die formale Rechnungslegung und Darstellung stärkt – ersetzt aber nicht die Bewertung der Strategie und Kosten-Nutzen-Frage aus Investorensicht.

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