Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat erneut vor einer umfangreichen Reihe nahezu identischer Internetseiten gewarnt, die offenbar gezielt zur Anbahnung unerlaubter Finanzgeschäfte eingesetzt werden. Charakteristisch für die Plattformen ist eine einheitliche Werbebotschaft, die meist mit dem Versprechen beginnt: „Über 2.000 tägliche Marktchancen – Entdecken Sie [Name]“.
Nach Erkenntnissen der Finanzaufsicht geben sich die Betreiber der Websites als Vermittler zu angeblichen Lernplattformen für Finanzbildung aus. Besucherinnen und Besucher werden aufgefordert, ihre persönlichen Daten über Kontaktformulare zu übermitteln. Diese Informationen werden anschließend offenbar an Betreiber nicht zugelassener Online-Handelsplattformen weitergegeben. Die betroffenen Plattformen stehen daher im Verdacht, vor allem der gezielten Kundengewinnung für unerlaubt tätige Finanzdienstleister zu dienen.
Auffällig ist zudem, dass die Websites häufig kein Impressum enthalten und keinerlei transparente Angaben zu den verantwortlichen Betreibern machen. Auch eine aufsichtsrechtliche Zulassung liegt nach Angaben der BaFin nicht vor. Damit fehlt jede staatliche Kontrolle – ein erhebliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher, deren Daten möglicherweise für aggressive Vertriebsmaßnahmen oder Betrugsversuche genutzt werden.
Die Finanzaufsicht hat bereits zahlreiche Domains identifiziert, die zu dieser Plattformreihe gehören. Dazu zählen unter anderem abronexta.de, finanzfokusai.de, extra-reich.de, germanycoin.de, sofortkipro.de oder wertelogix.de. Nach Einschätzung der BaFin ist nicht auszuschließen, dass weitere Websites mit ähnlichen Namensbestandteilen und identischem Aufbau zu demselben Netzwerk gehören.
Grundsätzlich gilt: Wer in Deutschland Finanz- oder Wertpapierdienstleistungen anbietet, benötigt eine ausdrückliche Erlaubnis der BaFin. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten daher besonders vorsichtig sein, wenn Webseiten hohe Gewinnchancen versprechen, gleichzeitig aber kaum überprüfbare Unternehmensangaben liefern und zur schnellen Eingabe persönlicher Daten auffordern. Eine Überprüfung des Anbieters in der offiziellen Unternehmensdatenbank der BaFin kann helfen, unseriöse Angebote frühzeitig zu erkennen und finanzielle Schäden zu vermeiden.