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Robert F. Kennedy Jr. spricht offen über Drogenvergangenheit und seinen Weg zur Genesung

US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hat in einem Podcast offen über seine frühere Drogenabhängigkeit gesprochen und dabei mit einer drastischen Aussage für Aufmerksamkeit gesorgt. In der am 12. Februar ausgestrahlten Folge des Podcasts „This Past Weekend“ des Comedians Theo Von berichtete Kennedy von seiner jahrzehntelangen Suchtgeschichte – und davon, wie radikal sich sein Leben seitdem verändert habe.

„Ich hatte keine Angst vor Keimen. Ich habe Kokain von Toilettensitzen geschnupft“, sagte Kennedy rückblickend. Die Aussage verdeutlicht, wie tief er eigenen Angaben zufolge in der Abhängigkeit steckte. Zugleich betonte er, dass seine heutige Nüchternheit tägliche Arbeit erfordere. Für ihn bedeute das vor allem, regelmäßig an Treffen von Selbsthilfegruppen teilzunehmen. Ohne diese Struktur, so Kennedy, würde sein Leben schnell wieder aus dem Gleichgewicht geraten.

Bereits in der Vergangenheit hatte Kennedy über seine Drogenprobleme gesprochen. Besonders prägend sei eine 14-jährige Heroinabhängigkeit gewesen, die in den 1970er- und frühen 1980er-Jahren sein Leben bestimmte. Seinen ersten Kontakt mit Drogen habe er nach der Ermordung seines Vaters im Jahr 1968 erlebt. Damals habe er zunächst LSD konsumiert, später seien härtere Substanzen hinzugekommen. „Am Ende des Sommers spritzte ich Heroin“, schilderte er in einer früheren Rede auf einem Kongress zum Thema verschreibungspflichtige und illegale Drogen in Nashville.

Der Wendepunkt kam nach seiner Verhaftung im Jahr 1983. Kennedy suchte eine Entzugstherapie und begann, sich intensiv mit spirituellen Fragen auseinanderzusetzen. Er habe erkannt, dass er eine grundlegende innere Veränderung brauche – eine „spirituelle Erweckung“, wie er es nennt. Dabei habe ihm nicht nur der Glaube an Gott geholfen, sondern auch die Auseinandersetzung mit den Schriften des Psychoanalytikers Carl Gustav Jung.

Heute beschreibt Kennedy seine Genesung als lebenslangen Prozess. Disziplin im Alltag spiele dabei eine zentrale Rolle. Selbst scheinbar banale Routinen wie das tägliche Bettenmachen seien Teil seines persönlichen Programms. Es gehe darum, Charakter zu formen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. „Langfristige Nüchternheit bedeutet, in einer Haltung der Hingabe zu bleiben – auch wenn es gut läuft“, erklärte er.

Kennedys Offenheit wird von Unterstützern als Zeichen von Authentizität gewertet. Kritiker hingegen sehen in seinen Äußerungen Anlass für neue Diskussionen über seine Person. Unabhängig von politischen Bewertungen zeigt seine Geschichte jedoch, wie eng persönliche Krisen und spätere Überzeugungen miteinander verknüpft sein können. Kennedy selbst betont, dass seine Erfahrungen mit Sucht maßgeblich seine Haltung in der Gesundheits- und Drogenpolitik geprägt hätten.

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