Dark Mode Light Mode

Trump droht mit Blockade der Gordie-Howe-Brücke und verschärft Streit mit Kanada

US-Präsident Donald Trump hat erneut Spannungen im Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada ausgelöst. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social erklärte Trump, er werde die Eröffnung der neuen Gordie-Howe-International-Brücke zwischen Detroit und Windsor so lange blockieren, bis die USA „vollständig entschädigt“ würden. Das milliardenschwere Infrastrukturprojekt steht kurz vor der Fertigstellung und gilt als eines der wichtigsten Grenzbauwerke Nordamerikas.

Die rund 1,5 Meilen lange und sechs Fahrspuren umfassende Brücke soll Anfang 2026 eröffnet werden. Sie wurde 2014 genehmigt und kostet etwa 4,6 Milliarden US-Dollar. Ziel ist es, den Waren- und Pendlerverkehr zwischen den beiden Ländern zu entlasten und zugleich die Grenzsicherheit zu verbessern. Trump kritisiert jedoch, dass Kanada sowohl die kanadische als auch die US-amerikanische Seite des Projekts kontrolliere und beim Bau kaum US-Materialien verwendet worden seien.

Besonders scharf griff Trump seinen Amtsvorgänger Barack Obama an, der dem Projekt eine Ausnahme vom „Buy American Act“ gewährt hatte. Dadurch konnten kanadische Bauunternehmen nach Trumps Darstellung amerikanischen Stahl und andere US-Produkte umgehen. Der Präsident forderte zudem überraschend eine amerikanische Beteiligung von mindestens 50 Prozent an der Brücke und kündigte sofortige Neuverhandlungen an.

Die Brückenfrage ist jedoch nur ein Teil eines größeren Konflikts. Trump verbindet seine Kritik mit Kanadas Annäherung an China. Bereits zuvor hatte er mit drastischen Zöllen auf kanadische Waren gedroht, sollte Ottawa ein Handelsabkommen mit Peking abschließen. In diesem Zusammenhang bezeichnete Trump den kanadischen Premierminister Mark Carney wiederholt abfällig als „Governor“ und spielte erneut auf seine umstrittene Idee an, Kanada als 51. Bundesstaat der USA einzugliedern.

Auch wirtschaftliche Streitpunkte wie kanadische Zölle auf US-Milchprodukte griff Trump erneut auf. Diese würden amerikanische Landwirte seit Jahren benachteiligen. Solange Kanada die USA nicht „fair und respektvoll“ behandle, werde er der Eröffnung der Brücke nicht zustimmen, so der Präsident.

Carney hatte zuvor beim Weltwirtschaftsforum in Davos vor einer neuen Weltordnung gewarnt, in der wirtschaftliche Verflechtungen zunehmend als politisches Druckmittel eingesetzt würden. Kanada müsse sich gemeinsam mit anderen mittelgroßen Staaten behaupten. Trump reagierte darauf spöttisch und erklärte, Kanada solle dankbar für die Unterstützung der USA sein.

Die Auseinandersetzung zeigt, wie stark Infrastrukturprojekte, Handelspolitik und geopolitische Rivalitäten miteinander verknüpft sind – und wie sehr Trumps zweite Amtszeit von konfrontativer Rhetorik gegenüber engen Partnern geprägt ist.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

König Charles bricht sein Schweigen: Neue Epstein-Dokumente belasten Prinz Andrew erneut

Next Post

Zwei wegen Mordes angeklagte Häftlinge fliehen aus Gefängnis in Georgia – Großfahndung läuft