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Danone ruft Babynahrung in Österreich zurück – möglicher Fund eines gefährlichen Bakteriengiftes
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Danone ruft Babynahrung in Österreich zurück – möglicher Fund eines gefährlichen Bakteriengiftes

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay

Der französische Lebensmittelkonzern Danone hat in Österreich mehrere Chargen seiner Babynahrung zurückgerufen. Betroffen sind vier Produkte der Marke Aptamil. Grund für den Rückruf ist das mögliche Vorhandensein des Bakteriengiftes Cereulid, wie das Unternehmen mitteilte. Der Schritt erfolgte in enger Abstimmung mit den österreichischen Behörden.

Nach Angaben von Danone beschränkt sich der Rückruf ausschließlich auf die konkret benannten Chargen mit bestimmten Mindesthaltbarkeitsdaten. Andere Produkte oder Produktionsserien seien nicht betroffen.

Diese Produkte sind vom Rückruf betroffen

Konkret sollen folgende Produkte nicht mehr verwendet und zurückgegeben werden:

  • Aptamil Pronutra Pre, 1,2 kg
    Mindesthaltbarkeitsdatum: 19.11.2026

  • Aptamil Pronutra 1 DE, 800 g
    Mindesthaltbarkeitsdatum: 10.11.2026

  • Aptamil Profutura Pre D, 800 g
    Mindesthaltbarkeitsdaten: 20.04.2027 und 30.04.2027

Eltern und Betreuungspersonen werden dringend aufgefordert, diese Produkte nicht weiter zu verwenden. Die betroffenen Artikel können unabhängig vom Kaufort zurückgegeben werden. Danone erstattet den Kaufpreis auch ohne Vorlage eines Kassenbons und bietet nach eigenen Angaben Ersatzprodukte an.

Verbraucherberatung eingerichtet

Für verunsicherte Eltern hat Danone ein Verbraucherservice sowie das sogenannte Aptacare-Expertenteam eingerichtet. Dort können Fragen zu den betroffenen Produkten, möglichen Gesundheitsrisiken und zur Rückgabe geklärt werden. Das Unternehmen betonte, man handele vorsorglich und im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes.

Cereulid: selten, aber hochtoxisch

Cereulid ist ein hitzestabiles Toxin, das von bestimmten Stämmen des Bakteriums Bacillus cereus gebildet wird. Besonders problematisch ist der Stoff, weil er durch Kochen oder Erhitzen nicht zerstört wird. Schon sehr geringe Mengen können gesundheitliche Schäden verursachen, insbesondere bei Säuglingen und Kleinkindern.

Frankreich verschärft Grenzwerte – EU prüft europaweite Regelung

Parallel zum Rückruf kündigte das französische Landwirtschafts- und Ernährungsministerium strengere Grenzwerte für Cereulid an. Die bislang erlaubte tägliche Aufnahmemenge von 0,03 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht soll auf 0,014 Mikrogramm reduziert werden. Damit reagiert Frankreich auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse und das erhöhte Schutzbedürfnis besonders vulnerabler Gruppen.

Auch in Deutschland wurden bereits mehrere Chargen derselben Säuglingsnahrung zurückgerufen. Die Entwicklung hat inzwischen eine europäische Dimension erreicht: Die Europäische Kommission hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit aufgefordert, einen einheitlichen Grenzwert für Cereulid in Kinder- und Säuglingsnahrung festzulegen. Die Empfehlung der EFSA wird kurzfristig erwartet.

Vertrauensfrage für Hersteller und Behörden

Der Fall zeigt erneut, wie sensibel der Markt für Säuglings- und Kleinkindnahrung ist. Schon der Verdacht auf Verunreinigungen kann das Vertrauen von Eltern erschüttern. Gleichzeitig macht der Rückruf deutlich, wie eng Industrie, nationale Behörden und europäische Institutionen inzwischen zusammenarbeiten, um potenzielle Risiken frühzeitig zu begrenzen.

Ob es infolge der aktuellen Vorfälle zu dauerhaft strengeren Kontrollen und europaweit einheitlichen Grenzwerten kommt, dürfte sich in den kommenden Tagen entscheiden. Für betroffene Familien gilt vorerst: Chargen prüfen, Produkte zurückgeben – und bei Unsicherheiten medizinischen Rat einholen.

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