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Entführtes US-mexikanisches Influencer-Model in Sinaloa lebend aufgefunden

Die US-mexikanische Influencerin Nicole „La Nicholette“ Pardo, deren mutmaßliche Entführung in Mexiko diese Woche für weltweite Aufmerksamkeit sorgte, ist lebend und wohlauf aufgefunden worden. Dies bestätigte am Samstag die Staatsanwaltschaft des nordwestmexikanischen Bundesstaates Sinaloa. Zuvor hatte ein virales Video in sozialen Netzwerken große Besorgnis ausgelöst, da es offenbar zeigte, wie die junge Frau am helllichten Tag mit Waffengewalt verschleppt wurde.

In einer Mitteilung dankte die Staatsanwaltschaft der Bevölkerung für Hinweise und Unterstützung bei der Suche nach der 20-jährigen Influencerin, die sowohl die US-amerikanische als auch die mexikanische Staatsbürgerschaft besitzt. Weitere Details zu den Umständen ihres Verschwindens oder ihres Wiederauftauchens wurden bislang nicht veröffentlicht.

Das Video, das sich rasant verbreitete, soll von Kameras in Pardos Fahrzeug aufgenommen worden sein – einem lilafarbenen Tesla Cybertruck. Die Aufnahmen zeigen mehrere bewaffnete Männer, die Pardo gewaltsam in ein wartendes Auto zerren. Laut CNN konnte der Ort des Geschehens in das Viertel Isla Musalá in Culiacán lokalisiert werden, der Hauptstadt des Bundesstaates Sinaloa. Genau dort war Pardo laut einer Vermisstenmeldung zuletzt am 20. Januar gesehen worden.

Mexikos Sicherheitsminister Omar García Harfuch erklärte bereits am Donnerstag, dass die mutmaßlich beteiligten Fahrzeuge identifiziert und verfolgt würden. Die lokalen Behörden hätten den Vorfall umgehend an die Bundesregierung gemeldet. Auch das US-Außenministerium zeigte sich informiert und erklärte, die Situation aktiv zu beobachten. Der Schutz von US-Bürgern im Ausland habe höchste Priorität, hieß es.

Nicole Pardo ist in den sozialen Medien eine bekannte Persönlichkeit. Auf Instagram folgen ihr über 180.000 Menschen, auf TikTok mehr als 145.000. Zudem betreibt sie einen YouTube-Kanal sowie einen OnlyFans-Account. In ihren Beiträgen gibt sie Einblicke in ihren luxuriösen Lebensstil, zeigt teure Autos und ihre Teilnahme an regionalen Events wie dem sogenannten „Saladazo“, einer motorisierten Route durch ländliche Gegenden südlich von Culiacán. Laut öffentlichen Angaben pendelt sie zwischen Culiacán und Phoenix im US-Bundesstaat Arizona.

Ihr Verschwinden ereignete sich vor dem Hintergrund zunehmender Gewalt gegen Frauen in Mexiko, insbesondere in Sinaloa. Offiziellen Zahlen zufolge wurden dort im Jahr 2025 insgesamt 72 Femizide registriert – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr und der höchste Wert seit sieben Jahren. Landesweit zählt Mexiko über 132.000 registrierte Fälle von Verschwundenen seit 1952, davon rund 7.000 allein in Sinaloa.

Der Fall Pardo verdeutlicht erneut die angespannte Sicherheitslage in Teilen Mexikos – und die enorme Rolle sozialer Medien bei der öffentlichen Wahrnehmung solcher Ereignisse.

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