In den USA hat ein Gericht die geplante Abschiebung eines fünfjährigen Kindes und seines Vaters vorläufig untersagt. Beide waren zuvor von der Heimatschutzbehörde im Bundesstaat Minnesota festgenommen und anschließend in eine Familienhaftanstalt im texanischen Dilley gebracht worden. Die Behörden wollten Vater und Sohn nach Ecuador abschieben.
Ein Berufungsrichter erließ nun eine einstweilige Verfügung, die jede Abschiebung während des laufenden Verfahrens verbietet. Damit bleibt der Junge zunächst in den USA. Auslöser für die gerichtliche Entscheidung waren unter anderem öffentliche Proteste vor der Haftanstalt sowie eine Petition, in der zahlreiche Unterstützer die Freilassung des Kindes forderten. Ein Foto des Jungen mit Rucksack, das sich in sozialen Netzwerken verbreitete, hatte landesweit Empörung ausgelöst.
Kritiker sprechen von einem Symbolfall für die harte Abschiebepraxis der US-Einwanderungsbehörden. Menschenrechtsorganisationen und Politiker werfen den Behörden vor, selbst vor der Inhaftierung sehr junger Kinder nicht zurückzuschrecken. Immer wieder gibt es zudem Berichte über unzureichende medizinische Versorgung und belastende Bedingungen in Familienhaftzentren.
Nach Angaben aus dem Umfeld der Familie wurden Vater und Sohn vergangene Woche vor ihrem Wohnhaus festgenommen. Nachbarn und Schulvertreter erhoben schwere Vorwürfe: Demnach soll das Kind gezielt eingesetzt worden sein, um den Vater aus dem Haus zu locken. Diese Darstellung wies das Heimatschutzministerium zurück. Stattdessen hieß es, der Vater habe versucht zu fliehen und das Kind unbeaufsichtigt in einem Fahrzeug zurückgelassen.
Die Behörden gehen davon aus, dass sich der Vater ohne gültigen Aufenthaltsstatus in den USA aufhält. Die Anwälte der Familie widersprechen und verweisen auf einen laufenden Asylantrag, der bereits im Dezember 2024 gestellt worden sei. Entscheidend dürfte nun der rechtliche Status des Kindes sein: Sollte sein Aufenthalt als illegal eingestuft werden, könnte dies Auswirkungen auf das gesamte Verfahren haben.
Bis zu einer endgültigen Entscheidung bleibt die Abschiebung jedoch ausgesetzt – ein kleiner, aber bedeutender Aufschub in einem Fall, der die aufgeheizte Debatte über den Umgang mit Migrantenkindern in den USA erneut befeuert.