Ein Jahr nach seiner Rückkehr ins Weiße Haus steht US-Präsident Donald Trump politisch unter starkem Druck. Neue Umfragen zeigen, dass seine Zustimmungswerte auf einem Tiefpunkt angekommen sind, der selbst im historischen Vergleich auffällt. Viele Amerikanerinnen und Amerikaner ziehen eine ernüchternde Bilanz der ersten zwölf Monate von Trumps zweiter Amtszeit.
Laut einer Mitte Januar veröffentlichten CNN-Umfrage bewerten 58 Prozent der Befragten Trumps erstes Jahr zurück im Präsidentenamt als Misserfolg. Ähnlich kritisch fällt eine Erhebung der New York Times in Zusammenarbeit mit der Siena University aus: Nur 32 Prozent der Wählerinnen und Wähler sind der Meinung, dass es dem Land heute besser gehe als zu Beginn von Trumps zweiter Amtszeit im Januar 2025. Diese Zahlen deuten auf eine wachsende Distanz zwischen Präsident und Bevölkerung hin.
Ein zentraler Kritikpunkt vieler Befragter ist Trumps politische Schwerpunktsetzung. Während ein Großteil der Wähler sich laut Umfragen vor allem Lösungen für steigende Lebenshaltungskosten wünscht, sorgte der Präsident zuletzt mit außenpolitischen Vorstößen für Unmut. Besonders der zeitweise geäußerte Plan, Grönland – ein autonomes Gebiet des NATO-Mitglieds Dänemark – annektieren zu wollen, stieß parteiübergreifend auf Ablehnung. Trump ruderte später zurück, doch der Imageschaden blieb.
Die aggregierten Zustimmungswerte bestätigen diesen Trend. Nach Berechnungen von RealClearPolitics lag Trumps Zustimmung am 23. Januar bei 42,6 Prozent, während 54,7 Prozent seine Arbeit ablehnten. Der sogenannte Netto-Zustimmungswert – also die Differenz zwischen Zustimmung und Ablehnung – erreichte mit minus 13,2 Prozentpunkten einen besonders niedrigen Stand. Auch der New York Times-Aggregator verzeichnete mit 41 Prozent Zustimmung den niedrigsten Wert dieser Amtszeit.
Im historischen Vergleich fällt Trumps Abschneiden besonders negativ aus. Eine Analyse des Meinungsforschungsinstituts Gallup zeigt, dass Trump sowohl in seiner ersten als auch in seiner zweiten Präsidentschaft niedrigere Zustimmungswerte nach dem ersten Amtsjahr hatte als jeder andere moderne US-Präsident. Während etwa George W. Bush im Dezember 2001 auf beeindruckende 86 Prozent Zustimmung kam und Barack Obama 2009 noch 50 Prozent erreichte, lag Trump im Dezember 2025 bei nur 36 Prozent – identisch mit seinem Wert aus dem Jahr 2017.
Diese Zahlen unterstreichen, wie polarisiert die politische Stimmung in den USA weiterhin ist. Für Trump bedeutet das zweite Amtsjahr eine entscheidende Phase: Gelingt es ihm nicht, das Vertrauen breiter Wählerschichten zurückzugewinnen, dürfte der politische Gegenwind weiter zunehmen – sowohl auf der Straße als auch in den Umfragen.