Bei einem militärischen Schlag der USA gegen ein mutmaßliches Drogenboot im östlichen Pazifik sind nach Angaben des US Southern Command (SOUTHCOM) zwei Menschen getötet worden. Eine weitere Person überlebte den Angriff. Der Vorfall ereignete sich am Freitag, dem 23. Januar 2026, und ist Teil einer seit Monaten laufenden US-Militäroperation gegen den internationalen Drogenhandel.
Laut einer Mitteilung von SOUTHCOM wurde der Angriff auf Anweisung von Verteidigungsminister Pete Hegseth durchgeführt. Eine Spezialeinheit der Joint Task Force Southern Spear habe eine „tödliche kinetische Operation“ gegen ein Schiff ausgeführt, das von sogenannten „Designated Terrorist Organizations“ betrieben worden sei. Details zur Nationalität der Getöteten oder zur genauen Lage des Bootes wurden nicht veröffentlicht.
Die US-Küstenwache erklärte gegenüber CNN, sie sei von SOUTHCOM über den Vorfall informiert worden und koordiniere derzeit Such- und Rettungsmaßnahmen für den Überlebenden. Ob dieser medizinisch versorgt oder bereits an Land gebracht wurde, blieb zunächst unklar.
Der jüngste Angriff reiht sich in die umstrittene Kampagne „Operation Southern Spear“ ein, mit der die US-Regierung den Schmuggel von Drogen in die Vereinigten Staaten eindämmen will. Nach offiziellen Angaben wurden im Rahmen dieser Operation bislang mindestens 117 Menschen bei Angriffen auf mutmaßliche Drogenboote getötet. Allerdings hat sich das Tempo der Militärschläge im bisherigen Jahresverlauf verlangsamt. Zuletzt griff das US-Militär am 31. Dezember zwei Boote an, wobei fünf Menschen ums Leben kamen.
Besondere Aufmerksamkeit erhält der aktuelle Angriff auch deshalb, weil er der erste bekannte Schlag gegen Drogenboote seit der spektakulären Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro ist. US-Truppen hatten Maduro kürzlich in Caracas gefasst und nach New York gebracht, wo er sich wegen mehrerer Strafvorwürfe vor Gericht verantworten muss. Maduro wies die Anschuldigungen Anfang des Monats zurück und plädierte auf nicht schuldig.
Öffentlich betonen US-Vertreter, Ziel der Angriffe sei ausschließlich die Unterbindung des Drogenschmuggels. In der Vergangenheit räumten jedoch Regierungsvertreter ein, dass der militärische Druck auch darauf abzielte, Maduro politisch zu schwächen oder zu stürzen.
Kritik an der Operation gibt es vor allem wegen früherer Angriffe, bei denen Überlebende zurückblieben. Besonders umstritten ist ein Vorfall vom September, bei dem ein Boot nach einem ersten Treffer nicht sank und anschließend ein zweiter Angriff erfolgte, der zwei Überlebende tötete. Demokratische Abgeordnete fordern seither Aufklärung und sprechen von einem möglichen Kriegsverbrechen.