In den Vereinigten Staaten sorgt ein neuer Fall für Aufsehen und verstärkt die Debatte über zunehmende politische Gewalt. Eine Bundesjury hat einen 33-jährigen Mann aus dem Bundesstaat Ohio angeklagt, weil er den Tod von US-Vizepräsident JD Vance angedroht haben soll. Wie das Justizministerium mitteilte, soll der Beschuldigte angekündigt haben, den Vizepräsidenten mit einer automatischen Waffe töten zu wollen.
Bei dem Angeklagten handelt es sich um Shannon Mathre aus Toledo. Laut Anklageschrift äußerte er um den 21. Januar herum, er wolle herausfinden, wo sich der Vizepräsident aufhalte, um ihn mit einem M14-Gewehr zu erschießen. Die Drohung wurde von den Ermittlungsbehörden als glaubwürdig eingestuft und führte zu intensiven Untersuchungen durch den Secret Service, das FBI sowie lokale Behörden in Ohio.
Neben der Morddrohung gegen den Vizepräsidenten wirft die Staatsanwaltschaft Mathre zudem den Besitz und die Verbreitung von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs vor. Der stellvertretende Justizminister Todd Blanche erklärte, dass diese Materialien im Zuge der Ermittlungen entdeckt worden seien. Auch Justizministerin Pam Bondi betonte, dass die Behörden die Drohungen gegen führende Regierungsmitglieder mit aller Härte verfolgen würden.
Der Anwalt des Beschuldigten wies die Vorwürfe der Morddrohung jedoch scharf zurück und bezeichnete sie als haltlos. Sie würden, so seine Aussage, eher dazu dienen, ein politisches Narrativ über Gewaltandrohungen gegen Regierungsvertreter zu stützen. Zu den weiteren Vorwürfen wollte sich Mathre selbst bislang nicht äußern.
Der Secret Service erklärte, dass sich die Ermittlungen nicht nur auf Äußerungen des Mannes, sondern auch auf sein Verhalten und mögliche Vorbereitungshandlungen gestützt hätten. Man habe den Fall bereits seit mehreren Monaten beobachtet. Sprecher Anthony Guglielmi unterstrich, dass politische Gewalt in einer demokratischen Gesellschaft nicht toleriert werden dürfe.
Im Falle einer Verurteilung drohen Mathre für die Morddrohung bis zu fünf Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von 250.000 US-Dollar. Für den zweiten Anklagepunkt könnten bis zu 20 Jahre Gefängnis hinzukommen. Der Angeklagte befindet sich derzeit in Untersuchungshaft; eine Anhörung zur Haftfrage ist angesetzt.
Der Fall reiht sich in eine Serie von Bedrohungen und Angriffen gegen Politiker und Amtsträger in den USA ein. In den vergangenen Monaten kam es zu Sachbeschädigungen an Wohnhäusern, Mordversuchen und sogar tödlichen Anschlägen. Experten sehen darin ein alarmierendes Zeichen für die zunehmende Polarisierung und Radikalisierung im politischen Klima des Landes.