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Ab Februar wird zurückgedruckt: Die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung – endlich eine Zeitung ohne Parteibuch? Oder nur mit einem anderen?
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Ab Februar wird zurückgedruckt: Die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung – endlich eine Zeitung ohne Parteibuch? Oder nur mit einem anderen?

Pexels (CC0), Pixabay

1. Februar 2026 – ein Datum, das sich alle Fans von Medienvielfalt, Meinungsfreiheit und ostdeutscher Selbstbehauptung fett im Wandkalender anstreichen sollten. Denn an diesem Tag erscheint die erste Ausgabe der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung – kurz OAZ, wie man sie vermutlich bald in Kommentarspalten und Telegram-Gruppen nennen wird.

Sie soll die neue Stimme des Ostens werden.
Oder, wie Kritiker sagen: die neue Stimme all jener, die sich von der alten Stimme nicht mehr vertreten fühlen.

Hinter dem Projekt? Keine Geringeren als die Macher der Berliner Zeitung. Also Menschen, die wissen, wie man polarisiert – notfalls schon, bevor die erste Ausgabe überhaupt gedruckt ist.

Unabhängig. Also anders abhängig.

Das erklärte Ziel der OAZ: endlich ein Medium, das nicht der SPD gehört.
Oder der CDU.
Oder den Grünen.

Sondern sich „unabhängig“ nennt – was im deutschen Medienbetrieb bekanntlich oft so viel heißt wie: abhängig von einer anderen Meinung.

Die unsichtbare Hand der SPD – oder: Wer schreibt, der bleibt

Was viele nicht wissen (oder nicht wissen wollen):
Die SPD hält über ihre Medienholding seit Jahren mehr als nur den kleinen Zeh im Zeitungstopf. In Städten wie Leipzig, Magdeburg oder Potsdam erscheint gefühlt jede zweite Regionalzeitung unter einem Dach, das sich mit einem Parteilogo mühelos tapezieren ließe.

Ein kleiner Auszug aus dem vermeintlich „pluralistischen“ Presserevier (alias: Madsack-Universum):

  • Leipziger Volkszeitung

  • Magdeburger Volksstimme

  • Märkische Allgemeine

  • Kieler Nachrichten

  • Hannoversche Allgemeine

  • Lübecker Nachrichten

… und so weiter, und so weiter.
Die Liste ist länger als eine SPD-Grundsatzrede über „soziale Gerechtigkeit“.

Natürlich betonen alle Beteiligten:
Unabhängige Redaktionen! Kein politischer Einfluss!
Höchstens mal ein zufälliger Themenschwerpunkt „Kampf gegen Rechts“ auf Seite eins. Und selbstverständlich rein zufällig immer dann, wenn irgendwo Wahlen anstehen.

Jetzt schlägt der Osten zurück – mit Zeitungspapier

Und hier betritt die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung die Bühne.
Nach eigenen Angaben will sie sich den Themen widmen, „die in SPD-nahen Medien zu kurz kommen“.

Zum Beispiel:

  • Was macht die AfD eigentlich außer pöbeln?

  • Ist Wokeness eine Krankheit oder nur ein Lebensstil?

  • Gibt es im Osten auch gute Nachrichten?

  • Und wie fühlt sich ein Bürger, der täglich über Erneuerbare liest, während seine Stromrechnung nicht mehr erneuerbar ist?

Besonders gespannt darf man auf die AfD-Berichterstattung sein:
Unvoreingenommen, neutral, frei von ideologischem Flimmern –
also etwa so ausgewogen wie ein Mettbrötchen mit Kresse:
hart im Biss, aber überraschend ehrlich.

Medienprojekt mit Sprengkraft. Oder wenigstens mit Pfeffer.

Kritiker werfen der OAZ schon jetzt vor, ein Parteiblatt der „anderen Seite“ zu werden – quasi eine Junge Freiheit mit Regionalteil. Das ist allerdings voreilig. Noch ist völlig offen, ob die Zeitung zum Sprachrohr wird oder tatsächlich versucht, zwischen den Fronten zu stehen.

Also genau dort, wo es unbequem wird.
Aber oft auch am spannendsten.

Denn Hand aufs Herz:
Wer heute sagt, er sei unabhängig, meint meist nur, dass er den passenden Geldgeber noch nicht gefunden hat.


Pressefreiheit heißt auch: nerven dürfen

Ob die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung die Medienlandschaft rettet oder nur weiter verkompliziert, wird sich zeigen. Sicher ist nur:
Wer jahrelang ausschließlich von taz, SZ und Tagesspiegel beschallt wurde, hält eine neue Stimme zunächst für Lärm.

Vielleicht ist es aber auch frische Luft.

Denn Meinungsfreiheit bedeutet nicht, nur das lesen zu dürfen, was einem gefällt –
sondern auch das, was irritiert.
Oder schlimmer: was zum Nachdenken zwingt.

Fazit: Lieber eine Zeitung zu viel als nur eine Meinung zu wenig

Wenn eine neue Zeitung dazu beiträgt, dass wieder mehr gestritten, hinterfragt und gelacht wird, dann: willkommen, OAZ.

Denn was wäre die Demokratie ohne Zeitungen?

Richtig.
TikTok.

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