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Stille Nacht, tödliche Gefahr – Pflegerin soll Wachkoma-Patienten bewusst in Lebensgefahr gebracht haben

AJEL / Pixabay

Ein schwerer Verdacht lastet auf einer Pflegekraft aus dem Rhein-Main-Gebiet und erschüttert das Vertrauen in die Betreuung besonders hilfsbedürftiger Menschen. In einer Seniorenresidenz im Main-Taunus-Kreis soll eine Pflegerin während ihrer Nachtschichten bewusst lebenswichtige Überwachungsgeräte außer Betrieb gesetzt haben – offenbar, um ungestört zu bleiben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt wegen des Verdachts des dreifachen versuchten Mordes, die 53-jährige Deutsche wurde festgenommen.

Nach Angaben der Ermittler war die Frau in der Einrichtung für die Versorgung von Wachkoma-Patienten zuständig. In mindestens zwei Nachtdiensten im Februar 2025 soll sie bei drei dieser Patienten die Pulsoximeter entfernt haben. Diese Geräte überwachen kontinuierlich den Puls sowie die Sauerstoffsättigung im Blut und schlagen Alarm, wenn sich der Zustand eines Patienten lebensbedrohlich verschlechtert.

Der Vorwurf wiegt schwer: Die Beschuldigte soll die Überwachungsgeräte entfernt haben, um während ihrer Schicht nicht durch akustische oder optische Alarmsignale gestört und zu pflegerischen Maßnahmen gezwungen zu werden. Dabei habe sie – so die Staatsanwaltschaft – den Tod der Patienten zumindest billigend in Kauf genommen. Ihr sei bewusst gewesen, dass das Abschalten der Kontrolle jederzeit zu einer akuten Lebensgefahr führen könne.

Besonders erschütternd ist die Schutzlosigkeit der mutmaßlichen Opfer. Auf der von der Pflegerin verantworteten Station befanden sich Patienten, die teilweise seit Jahren im Wachkoma liegen. Sie nehmen ihre Umgebung nicht bewusst wahr, können nicht kommunizieren und sind vollständig auf die Aufmerksamkeit und Sorgfalt des Pflegepersonals angewiesen. Ob sie die Gefahr, in die sie gebracht wurden, überhaupt wahrnehmen konnten, ist fraglich.

Im Zuge der Ermittlungen wurde am Dienstagvormittag neben der Festnahme auch ein Durchsuchungsbeschluss vollstreckt, um mögliche Beweismittel zu sichern. Zudem verhängten die Behörden ein sofortiges Berufsverbot gegen die Pflegerin. Die Ermittlungen dauern an, geprüft wird auch, ob weitere Patienten betroffen sein könnten.

Der Fall wirft ein grelles Schlaglicht auf die enorme Verantwortung in der Pflege – und auf die dramatischen Folgen, wenn dieses Vertrauen missbraucht wird. Für Angehörige, Kollegen und die Öffentlichkeit bleibt vor allem eines zurück: Entsetzen über den Verdacht, dass ausgerechnet diejenigen, die schützen sollen, zur Gefahr werden könnten.

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