New York – Mehr als anderthalb Jahre nach einem tödlichen Vorfall am amerikanischen Unabhängigkeitstag ist ein betrunkener Autofahrer in New York zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der 46-jährige Daniel Hyden muss mindestens 24 Jahre ins Gefängnis und kann bis an sein Lebensende in Haft bleiben. Das entschied ein Gericht in Manhattan, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte.
Hyden hatte am 4. Juli 2024 mit seinem Pickup-Truck eine Menschenmenge im Corlears Hook Park auf der Lower East Side von Manhattan erfasst. Bei der Feier zum Independence Day kamen vier Menschen ums Leben, sieben weitere wurden verletzt, mehrere davon schwer. Nach Angaben der Ermittler war Hyden zum Zeitpunkt des Unfalls stark alkoholisiert.
Der Vorfall ereignete sich gegen 20.52 Uhr Ortszeit. Laut Staatsanwaltschaft beschleunigte Hyden sein Fahrzeug, missachtete ein Stoppschild und fuhr mit hoher Geschwindigkeit durch eine Baustelle. Schließlich raste der Pickup über einen Gehweg und durchbrach einen Maschendrahtzaun, bevor er in eine große Gruppe von Familien und Freunden krachte, die sich im Park aufhielten.
Vier Opfer wurden unter dem Fahrzeug eingeklemmt. Lucille Pinkney (59), ihr Sohn Herman Pinkney (38) sowie Ana Morel (43) starben noch am Unfallort. Emily Ruiz (30) erlag fünf Tage später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen, ohne das Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Sieben weitere Menschen trugen Verletzungen davon, darunter schwere Kopf-, Arm- und Rückenverletzungen.
Die Staatsanwaltschaft betonte, dass Hyden bis kurz vor dem Aufprall voll aufs Gaspedal gedrückt und erst eine halbe Sekunde vor dem endgültigen Crash gebremst habe. Nach dem Stillstand des Fahrzeugs habe er versucht, rückwärts vom Unfallort zu fliehen. Augenzeugen griffen jedoch ein, zogen den Zündschlüssel ab und hielten ihn fest, bis die Polizei eintraf.
Bereits im November 2025 war Hyden wegen vierfachen Mordes zweiten Grades, schwerer fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr sowie mehrerer Körperverletzungsdelikte schuldig gesprochen worden. Die nun verkündete Strafe spiegelt nach Ansicht der Staatsanwaltschaft die Schwere der Tat wider.
Manhattans Bezirksstaatsanwalt Alvin Bragg erklärte, das Urteil könne das erlittene Leid nicht ungeschehen machen, solle den Betroffenen aber zumindest ein Gefühl von Gerechtigkeit geben. Zugleich richtete er einen eindringlichen Appell an die Öffentlichkeit: Wer alkoholisiert Auto fahre, gefährde Menschenleben und müsse mit harten Konsequenzen rechnen.