Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor einer umfangreichen Plattformreihe unseriöser Online-Handelsangebote, die unter dem einheitlichen Slogan „Treten Sie der kostenlosen […]-App bei und investieren Sie sicher in Deutschland!“ auftreten. Nach Erkenntnissen der Finanzaufsicht besteht der dringende Verdacht, dass die bislang unbekannten Betreiber ohne Zulassung Kryptowerte-Dienstleistungen anbieten und gezielt Anlegerinnen und Anleger täuschen.
Auffällig ist die nahezu identische Gestaltung der betroffenen Websites. Textaufbau, Wortwahl, Struktur und Nutzerführung gleichen sich bis ins Detail. Angaben zu einem Geschäftssitz, zu verantwortlichen Unternehmen oder zu einer behördlichen Zulassung fehlen vollständig. Nach Einschätzung der BaFin dienen diese Seiten vor allem dazu, persönliche Daten abzugreifen und den Einstieg in nicht beaufsichtigte Handelsplattformen zu ermöglichen.
Konkret warnt die BaFin unter anderem vor Websites wie prad-finspiere.net, altrixspot20app.com, bitbenefit-app.com, fortunevortex42.com, infinity-profitai.com, prime-financeapp.com, starfinance-app.com und zahlreichen weiteren Domains. Trotz unterschiedlicher Namen und angeblicher App-Versionen handelt es sich um eine zusammenhängende Plattformstruktur, die offenbar systematisch vervielfältigt wird. Sobald einzelne Seiten bekannt werden oder abgeschaltet sind, tauchen neue Domains mit gleichem Aufbau und neuer Bezeichnung auf.
Die Betreiber werben mit Schlagworten wie „kostenlos“, „sicher“, „innovativ“ oder „KI-gestützt“ und suggerieren einen legalen Handel in Deutschland. Tatsächlich fehlt jedoch jede Zulassung der BaFin, die für das Angebot von Kryptowerte-Dienstleistungen zwingend erforderlich ist. Die BaFin stellt klar, dass sie keine dieser Plattformen beaufsichtigt und dass es sich nicht um regulierte Anbieter handelt.
Die rechtliche Grundlage der Warnung ist § 10 Absatz 7 des Kryptomärkteaufsichtsgesetzes. Ob ein Unternehmen tatsächlich über eine entsprechende Zulassung verfügt, lässt sich über die Unternehmensdatenbank der BaFin überprüfen. Fehlt ein Eintrag, ist äußerste Vorsicht geboten.
Der Fall zeigt, wie professionell und arbeitsteilig Online-Anlagebetrug inzwischen organisiert ist. Statt einzelner Websites entstehen ganze Betrugsnetzwerke, die mit austauschbaren Namen, automatisierten Seiten und aggressiver Online-Werbung arbeiten. Für Verbraucherinnen und Verbraucher wird es dadurch immer schwieriger, seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden.
Die BaFin rät dringend dazu, sich nicht von Versprechen „sicherer“ oder „kostenloser“ Krypto-Investments verleiten zu lassen. Weitere Hinweise, aktuelle Warnmeldungen und praktische Tipps zum Schutz vor Anlagebetrug finden sich in der Rubrik „Finanzbetrug erkennen“. Die zentrale Botschaft bleibt eindeutig: Ohne Zulassung keine Sicherheit – unabhängig davon, wie modern oder überzeugend eine Plattform auftritt.
