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Endgültige Opferzahl nach verheerendem Brand in Hongkong auf 168 gestiegen

Im vergangenen November erschütterte ein Großbrand die Sonderverwaltungszone Hongkong. Nun haben die Behörden die endgültige Opferzahl bekannt gegeben: Insgesamt 168 Menschen kamen bei dem Feuer im Wohnkomplex Wang Fuk Court ums Leben, sieben mehr als zunächst angenommen. Damit handelt es sich um einen der tödlichsten Brände, den die Stadt seit Jahrzehnten erlebt hat.

Die Polizei teilte am Donnerstag mit, dass die Identifizierung aller Opfer abgeschlossen sei. Die Altersstruktur der Verstorbenen verdeutlicht das Ausmaß der Tragödie: Das jüngste Opfer war gerade einmal sechs Monate alt, das älteste 98 Jahre. Unter den Toten befanden sich 58 Männer und 110 Frauen. Ein Großteil der Opfer waren ältere Bewohnerinnen und Bewohner, die teils seit Jahrzehnten in der Wohnanlage gelebt hatten.

Wang Fuk Court wurde in den 1980er-Jahren erbaut und liegt im nordöstlichen Stadtteil Tai Po. Laut Volkszählung von 2021 lebten dort rund 4.600 Menschen, fast 40 Prozent von ihnen waren 65 Jahre oder älter. Diese demografische Struktur trug dazu bei, dass besonders viele hilfsbedürftige Personen von dem Feuer betroffen waren.

Nach Angaben der Behörden wurden 164 Opfer direkt am Brandort geborgen, vier weitere Menschen starben später im Krankenhaus. Unter den Toten befinden sich auch zehn ausländische Hausangestellte – neun aus Indonesien und eine von den Philippinen – sowie fünf Bauarbeiter und zwei Innenausstatter. Zusätzlich verlor ein 37-jähriger Feuerwehrmann, Ho Wai-ho, während des Löscheinsatzes sein Leben.

Der Brand wütete mehr als einen Tag lang und erforderte den Einsatz von Tausenden Feuerwehrleuten. Trotz des massiven Aufgebots gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig, da sich die Flammen rasend schnell über mehrere Gebäudeteile ausbreiteten. Behörden vermuten, dass minderwertige Schutzgitter oder Netze an den Fenstern der Wohnblöcke die Ausbreitung des Feuers begünstigt haben könnten.

Die Ermittlungen zur Brandursache dauern weiterhin an. Stadtchef John Lee erklärte, dass bislang mehr als 30 Personen festgenommen worden seien. Ihnen werden unter anderem fahrlässige Tötung, Betrug und Korruption vorgeworfen. Sicherheitssekretär Chris Tang bestätigte, dass mit Abschluss der Identifizierungsarbeiten nun auch die endgültige Zahl der Todesopfer feststehe.

Der Brand von Wang Fuk Court hat in Hongkong eine breite Debatte über Gebäudesicherheit, Brandschutz und den Umgang mit alternder Wohnbebauung ausgelöst. Viele Bürger fordern nun strengere Kontrollen und umfassende Reformen, um ähnliche Katastrophen in Zukunft zu verhindern.

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