Während das Wintertief Elli für frostige Temperaturen und Schneefall in großen Teilen Deutschlands sorgt, läuft in vielen Haushalten die Gasheizung auf Hochtouren. Dennoch gibt die Bundesnetzagentur Entwarnung: Die Gasversorgung sei auch angesichts der anhaltenden Kältewelle stabil und gesichert. Das teilte Behördenpräsident Klaus Müller der Funke Mediengruppe mit.
„Die winterlichen Witterungsverhältnisse bereiten uns bei der Gasversorgung keine Sorgen“, so Müller. „Die Versorgungssicherheit ist aktuell gewährleistet.“ Zwar liegt der aktuelle Füllstand der deutschen Gasspeicher mit 50,5 Prozent unter dem Wert des Vorjahres, dennoch sieht die Behörde den Stand als ausreichend an – gerade in Anbetracht der milden Wetterjahre zuvor und der allgemeinen Energieeinsparmaßnahmen.
Laut aktuellen Daten stieg der Gasverbrauch im Jahr 2025 leicht an: Insgesamt wurden 864 Terawattstunden (TWh) verbraucht, was einem Anstieg von rund 2,2 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Dabei entfielen etwa 40 Prozent des Gesamtverbrauchs auf Haushalte und kleinere Gewerbebetriebe, während die Industrie mit 60 Prozent weiterhin den Großteil des Bedarfs ausmacht.
Im längerfristigen Vergleich zeigt sich jedoch ein deutlicher Rückgang: Gegenüber dem Durchschnittsverbrauch der Heizperioden von 2018 bis 2021 liegt der Gasverbrauch in Deutschland um etwa 13,5 Prozent niedriger. Dieser Rückgang ist insbesondere auf den Wegfall russischer Gasimporte, gesteigerte Energieeffizienz sowie bewussteres Heizverhalten zurückzuführen. Auch die Temperaturen spielen eine Rolle: Mit durchschnittlich zehn Grad Celsius lagen die Temperaturen im Jahr 2025 im Bereich der Vergleichsjahre vor dem Ukrainekrieg.
Die Bundesnetzagentur appelliert dennoch weiterhin an die Bevölkerung, sorgsam mit Energie umzugehen, insbesondere bei anhaltend niedrigen Temperaturen. Die aktuelle Lage sei stabil, könne sich jedoch bei ungewöhnlichen Wetterlagen oder unvorhergesehenen geopolitischen Entwicklungen ändern.
Insgesamt bleibt festzuhalten: Trotz des kalten Wintereinbruchs zeigt sich die deutsche Gasversorgung widerstandsfähig. Ein akuter Engpass ist nicht zu befürchten – vorerst.