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Lebensgefährlicher Winterausflug: Unterkühlter Wanderer nachts vom Brocken gerettet

Peggy_Marco (CC0), Pixabay

Der Brocken zeigt sich in diesen Tagen von seiner unerbittlichen Seite. Zweistellige Minusgrade, Eis, Schnee und Sturm machen den höchsten Gipfel Norddeutschlands zu einem gefährlichen Terrain. Für einen Mann wurde genau diese winterliche Kulisse am Wochenende beinahe zur tödlichen Falle. In der Nacht zu Samstag mussten Feuerwehr und Bergwacht zu einem aufwendigen Rettungseinsatz ausrücken, um den stark unterkühlten Wanderer vom Berg zu holen.

Kurz nach Mitternacht ging der Notruf ein. Der Mann hatte sich bei klirrender Kälte auf dem Brocken festgesetzt und war den extremen Bedingungen nicht mehr gewachsen. Durch das Sturmtief „Elli“ war die Brockenstraße nicht geräumt, ein reguläres Vordringen mit Fahrzeugen unmöglich. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Schierke und der Bergwacht entschieden sich daher für einen riskanten Aufstieg mit mehreren Motorschlitten.

Oben angekommen fanden die Helfer einen Mann in deutlich unterkühltem Zustand vor. Eisige Temperaturen, starker Wind und Schnee hatten ihm zugesetzt. Nach ersten medizinischen Untersuchungen wurde der Verunglückte fachgerecht gesichert, warm verpackt und schließlich mit den Motorschlitten ins Tal nach Schierke gebracht. Dort übernahm der Rettungsdienst die weitere Versorgung.

Die Feuerwehr nutzte den Einsatz, um eindringlich zu warnen. Der Brocken sei bei winterlichen Verhältnissen kein Ausflugsziel für unerfahrene Wanderer. Ohne geeignete Ausrüstung, alpine Erfahrung und realistische Einschätzung der Wetterlage bestehe akute Lebensgefahr. Gerade nachts könnten Orientierungslosigkeit, Erschöpfung und Unterkühlung schnell fatale Folgen haben.

Dabei hatte das Wochenende tagsüber viele Menschen in den Harz gelockt. Bestes Winterwetter, Schnee und klare Luft verführten Wanderer und Langläufer in die Höhenlagen. Doch die Idylle trügt. Vor allem nachts sinken die Temperaturen derzeit drastisch. Meteorologen rechnen lokal mit Frost unter minus 10 Grad, in einzelnen Regionen sogar bis zu minus 20 Grad. Dauerfrost prägt auch die Tage.

Zwar kündigt sich in den kommenden Tagen eine Wetterumstellung an. Vom Atlantik her ziehen neue Tiefdruckgebiete heran, die mildere Luft bringen sollen. Zunächst fällt Schnee, der später in Regen übergeht. Solange die Böden jedoch gefroren bleiben, droht gefährliches Glatteis.

Der nächtliche Rettungseinsatz auf dem Brocken macht deutlich, wie schnell ein vermeintlicher Winterausflug zur lebensbedrohlichen Situation werden kann. Was tagsüber harmlos wirkt, verwandelt sich bei Dunkelheit und Kälte in eine ernsthafte Gefahr – selbst für erfahrene Berggänger.

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