Nordrhein-Westfalen bereitet sich auf eine gefährliche Wetterlage vor. Wegen drohenden Glatteises bleiben am Montag landesweit alle Schulen geschlossen, der Unterricht wird flächendeckend in den Distanzmodus verlegt. In den Schulgebäuden soll lediglich eine Notbetreuung angeboten werden. Die Landesregierung reagiert damit auf eindringliche Warnungen der Meteorologen, die für die kommenden Stunden ein erhebliches Unwetterrisiko prognostizieren.
Auslöser der Entscheidung ist eine Wetterkonstellation, die als besonders tückisch gilt. Nach einer Phase mit strengem Frost erreicht eine Warmfront das Land und bringt Regen, der auf tiefgefrorene Böden trifft. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor gefrierendem Regen und spricht von einem „hohen Unwetterpotenzial“. Bereits geringe Niederschlagsmengen könnten ausreichen, um Straßen, Gehwege und Schulhöfe in gefährliche Eisflächen zu verwandeln.
Die kritische Phase wird in der Nacht erwartet. Ab Mitternacht sollen die Niederschläge von Westen her nach Nordrhein-Westfalen ziehen. Besonders in den frühen Morgenstunden droht akute Rutschgefahr, in einigen Regionen – vor allem in Ostwestfalen – sogar bis in den frühen Nachmittag hinein. Die Meteorologen rechnen mit teils massiven Auswirkungen auf den Verkehr und den öffentlichen Alltag. Eine präzisere Einschätzung der Lage sei erst im Laufe des Sonntagnachmittags möglich, hieß es.
Angesichts dieser Prognosen stellt das Land die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt. Der Schulweg könne unter diesen Bedingungen nicht verantwortet werden, erklärte die Landesregierung. Distanzunterricht soll verhindern, dass Kinder und Jugendliche unnötigen Risiken ausgesetzt werden. Für Eltern, die auf Betreuung angewiesen sind, halten die Schulen eine Notversorgung vor.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte das Wetter den Schulalltag durcheinandergebracht. Das Sturmtief „Elli“ sorgte am Freitag vielerorts für starke Schneefälle, weshalb zahlreiche Klassenräume ungewöhnlich leer blieben. In einigen Fällen hatten Schulen den Eltern bereits freigestellt, ihre Kinder angesichts der Wetterlage zu Hause zu lassen.
Grundsätzlich gilt in Nordrhein-Westfalen ohnehin, dass Eltern bei extremen und plötzlich auftretenden Witterungsverhältnissen selbst entscheiden dürfen, ob der Schulweg zumutbar ist. Voraussetzung ist lediglich eine rechtzeitige Abmeldung bei der Schule.
Mit der landesweiten Schulschließung zieht Nordrhein-Westfalen nun die Reißleine. Die Entscheidung verdeutlicht, wie ernst die Lage eingeschätzt wird – und wie schnell winterliche Wetterumschwünge den Alltag in einem der bevölkerungsreichsten Bundesländer zum Stillstand bringen können.