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Washington National Opera trennt sich vom Kennedy Center nach über zehnjähriger Partnerschaft

In einer überraschenden Wendung hat die Washington National Opera (WNO) am Freitag bekannt gegeben, ihre langjährige Partnerschaft mit dem Kennedy Center zu beenden und künftig als unabhängige Non-Profit-Organisation weiterzuarbeiten. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund kontroverser Veränderungen am renommierten Kulturzentrum, das kürzlich in „The Donald J. Trump and The John F. Kennedy Memorial Center for the Performing Arts“ umbenannt wurde.

Die Oper begründet ihre Entscheidung mit den neuen Anforderungen des Kennedy Centers, insbesondere einer sogenannten „Break-Even-Politik“, nach der alle Produktionen vorab vollständig finanziert sein müssen. Ein solches Modell sei laut der WNO mit der Realität des Opernbetriebs nicht vereinbar. Künftig wolle man die Frühlingssaison verkürzen und Aufführungen auf andere Spielstätten verteilen.

Francesca Zambello, künstlerische Leiterin der WNO, zeigte sich enttäuscht über den Abschied vom traditionsreichen Haus: „Ich bin tief traurig, das Kennedy Center zu verlassen. Doch wir bleiben unserer künstlerischen Vision und Mission treu – auch an neuen Orten.“

Seit der Übernahme durch den von Ex-Präsident Donald Trump eingesetzten Vorstandsvorsitzenden Richard Grenell hat sich das Profil des Kennedy Centers drastisch verändert. Grenell begründete die Trennung auf der Plattform X mit den Worten: „Eine exklusive Oper war finanziell nicht klug. Unsere Besucher wünschen sich mehr Auswahl.“ Auch personell gab es unter seiner Leitung Umstrukturierungen – darunter Stellenstreichungen und politische Neubesetzungen.

Die Umbenennung des Centers hat in der Kulturszene bereits Wellen geschlagen. Zahlreiche Künstlergruppen wie das Jazz-Ensemble The Cookers oder die New Yorker Tanzkompanie Doug Varone and Dancers haben Auftritte abgesagt. Auch das American College Theater Festival beendete die Zusammenarbeit mit der Begründung, die Institution sei nicht mehr mit den eigenen Werten vereinbar. Der bekannte Banjospieler Béla Fleck sowie das Brentano String Quartet zogen ebenfalls geplante Auftritte zurück – aus Protest gegen die politische Aufladung des Hauses.

Die Washington National Opera war seit 2011 fester Bestandteil des Kennedy Centers, doch ihre Wurzeln reichen bis ins Jahr 1956 zurück, als sie als „Opera Society of Washington“ gegründet wurde. Mit dem aktuellen Schritt beginnt für die traditionsreiche Institution nun ein neues Kapitel.

In einer offiziellen Mitteilung wünschten Vorstand und Leitung der WNO dem Kennedy Center dennoch „alles Gute für die zukünftigen Unternehmungen“.

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