Wenn Liebe blind macht – aber nicht blöd.
Manche lernen es nie. Paramount hat sich erneut als der aufdringliche Verehrer versucht, der denkt, ein paar Milliarden Dollar und ein bisschen Ellison-Charme würden reichen, um Warner Bros. Discovery (WBD) zum Ja-Wort zu bewegen. Doch WBD hat erneut den imaginären Hochzeitsstrauß zurückgeworfen – mit einer deutlich formulierten Absage und der klaren Botschaft: „Netflix ist der heißere Bräutigam.“
Dabei hatte Paramount wirklich alles versucht: Das Übernahmeangebot wurde auf Hochglanz poliert, mit über 50 Milliarden Dollar an Schulden hübsch garniert und mit der Finanz-Power von Larry Ellison – ja genau, DER Oracle-Larry – untermauert. Sogar der eigene Sohn, David Ellison, durfte nochmal ran und versuchte, als Romeo 2.0 WBD mit Versprechungen über CNN und Co. zu becircen.
Aber WBD ließ sich nicht beirren. In einem charmant trockenen Brief an die Aktionäre nannte der Vorstand das Angebot „unzureichend“ und „risikobehaftet“ – was auf Konzern-Deutsch so viel heißt wie: „Lieber verschulden wir uns mit Stil bei Netflix, als mit euch in einem Milliarden-Schuldenloch zu versinken.“
Auch das Zugeständnis, den Treuhandfonds der Ellison-Familie zur Einsicht freizugeben, wurde mit höflich-skeptischem Lächeln abgetan. Schließlich steht das Netflix-Angebot mit 27,75 Dollar pro Aktie (davon 23,25 in bar – Klingeling!) einfach solider da. Die Aktie ist halt wie ein gutes Drehbuch: Spannung, Verlässlichkeit, und kein saudischer Finanzplot.
Und dann war da noch der Wert von Discovery Global – WBDs künftiger Schatzkammer für lineares Fernsehen und Nostalgie – den Paramount mit ganzen einem Dollar pro Aktie bewertet hat. Ja, genau – EIN Dollar. Nicht mal ein Popcorn-Eimer bei AMC kostet so wenig.
Jetzt steht Paramount vor der klassischen Rom-Com-Entscheidung: Drama machen, noch mehr bieten – oder endlich loslassen. Vielleicht mit einem melancholischen Blick in den Sonnenuntergang.
Egal, wie’s weitergeht – in Hollywood heißt es nach wie vor: It’s not show friends, it’s show business.