Donald Trump, der 47. Präsident der Vereinigten Staaten, hat eine massive Aufstockung des US-Militärbudgets angekündigt. In einem Post auf seiner Plattform Truth Social forderte er eine Erhöhung des Verteidigungsetats für das Haushaltsjahr 2027 auf 1,5 Billionen US-Dollar – ein Plus von über 50 % im Vergleich zum bereits bewilligten Budget von 901 Milliarden für 2026.
„Unser Militärbudget für 2027 sollte nicht bei einer Billion Dollar liegen, sondern bei 1,5 Billionen“, erklärte Trump. Nur so könne die USA ihre „Traumarmee“ aufbauen, die nicht nur lang verdient, sondern in unsicheren Zeiten auch dringend notwendig sei.
Trump begründete seine Forderung mit gestiegenen Einnahmen durch Zölle. Diese sollen es ermöglichen, das ambitionierte Budgetziel zu erreichen, ohne zusätzliche Steuern zu erheben. „Ich würde bei einer Billion bleiben, aber wegen der Zölle und der enormen Einnahmen daraus können wir problemlos die 1,5 Billionen erreichen“, schrieb er.
Die Reaktionen auf den Vorschlag sind geteilt. Während viele Republikaner im Kongress – wo sie in beiden Kammern knappe Mehrheiten halten – kein direktes Veto signalisierten, kommt von unabhängigen Organisationen scharfe Kritik. Steve Ellis, Präsident von Taxpayers for Common Sense, nannte den Vorschlag „verantwortungslos und verschwenderisch“. Er warnte: „Wir stehen bei über 38 Billionen Dollar Schulden. Eine solche Explosion der Militärausgaben verschärft nur die Schuldenkrise.“
Auch sei fraglich, ob die versprochenen Zolleinnahmen tatsächlich ausreichen, um das Plus zu finanzieren. „Trump hat diese Gelder schon mehrfach anderweitig verplant – zur Schuldentilgung, zur Auszahlung von Schecks an Bürger, zur Unterstützung von Farmern im Handelskrieg. Die Rechnung geht nicht auf“, so Ellis.
Brisant: Die Budgetforderung kommt nur wenige Tage nach einem umstrittenen US-Militärschlag gegen Venezuela, bei dem laut Berichten der dortige Machthaber in einer nächtlichen Operation festgenommen wurde. Zudem prüft Trump öffentlich Möglichkeiten zur militärischen Übernahme Grönlands – ein Thema, das bereits 2019 für internationale Irritationen sorgte.
Ob der Kongress Trumps Forderung zustimmt, bleibt offen. Klar ist: Der Vorstoß passt ins Bild eines Präsidenten, der außenpolitisch Stärke demonstrieren und militärisch aufrüsten will – koste es, was es wolle.