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Glatteis bringt Kliniken an ihre Grenzen: Berliner Unfallkrankenhaus warnt eindringlich vor Risiken

pixellicious (CC0), Pixabay

Berlin erlebt derzeit eine gefährliche Winterphase – mit dramatischen Folgen für viele Menschen und das Gesundheitssystem. Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) meldet seit Tagen eine außergewöhnlich hohe Zahl an Patientinnen und Patienten, die nach Stürzen auf vereisten Wegen behandelt werden müssen. Knochenbrüche, Platzwunden, schwere Kopfverletzungen und Schädel-Hirn-Traumata bestimmen das Bild in der Rettungsstelle. Die Lage ist angespannt, das Personal arbeitet am Limit.

„Wir sind am Anschlag“, sagt Krankenhaussprecherin Angela Kijewski offen. In der Notaufnahme bilden sich lange Warteschlangen, Betten und Behandlungsräume sind nahezu durchgehend belegt. Besonders tückisch sei das flächendeckende Glatteis, das selbst kurze Wege zur gefährlichen Rutschpartie mache. Viele der Verletzten hätten sich beim Gehen, auf dem Weg zur Arbeit oder beim Einkaufen schwer verletzt.

Das Krankenhaus richtet deshalb einen dringenden Appell an die Bevölkerung: Risiken konsequent vermeiden. „Wenn es nicht unbedingt nötig ist, bleiben Sie zu Hause“, mahnt Kijewski. Wer dennoch hinaus müsse, solle auf rutschfeste Schuhe setzen oder Spikes an den Sohlen befestigen, um besseren Halt zu haben. Ebenso wichtig sei gegenseitige Rücksichtnahme: Nachbarn sollten einander unterstützen, insbesondere ältere Menschen, damit diese nicht gezwungen sind, sich bei gefährlichen Bedingungen nach draußen zu begeben.

Die Situation im UKB ist auch deshalb so angespannt, weil die Klinik ohnehin stark belastet ist. Noch immer wirken die Folgen der Silvesternacht nach, in der zahlreiche Böller- und Feuerwerksverletzungen versorgt werden mussten. Kaum war diese Welle abgeebbt, folgte die nächste durch Eis und Schnee. Entlastung bringt lediglich die angeschlossene Notdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung, die leichtere Verletzungen übernimmt und so die Notaufnahme etwas freihält.

Auch andere Berliner Kliniken beobachten die Entwicklung aufmerksam. An der Charité etwa verzeichnete man zuletzt zwar nur einen moderaten Anstieg glättebedingter Stürze, rechnet jedoch mit weiteren Verletzten angesichts der angekündigten Wetterverschlechterung. Die Notaufnahmen seien routiniert im Umgang mit solchen Lagen, dennoch bleibe die Situation herausfordernd.

Der Winter zeigt sich in diesen Tagen von seiner gefährlichsten Seite. Ärzte und Pflegekräfte schlagen deshalb Alarm – nicht aus Panik, sondern aus Erfahrung. Jeder vermiedene Sturz entlaste die Kliniken und schütze vor oft langwierigen Verletzungen. In der aktuellen Wetterlage kann Vorsicht buchstäblich Leben retten.

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