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„Ein Albtraum“: Familien bangen um vermisste Jugendliche nach Feuertragödie in Crans-Montana

geralt (CC0), Pixabay

Nach dem verheerenden Brand in der Bar Le Constellation im Schweizer Skiort Crans-Montana herrscht bei vielen Familien verzweifelte Ungewissheit. Zahlreiche Angehörige suchen fieberhaft nach ihren Kindern, Verwandten oder Freunden, die seit der Silvesternacht vermisst werden.

Mindestens 40 Menschen starben bei dem Inferno, weitere 119 wurden verletzt – viele davon schwer. Noch ist nicht klar, wie viele Personen sich zum Zeitpunkt des Brandes in der Bar befanden. Die Identifizierung der Opfer gestaltet sich aufgrund der Schwere der Verletzungen äußerst schwierig. Laut den Behörden kann dieser Prozess Tage oder sogar Wochen dauern.

Mögliche Ursache: Wunderkerzen an Champagnerflaschen

Die Schweizer Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass Funken von Wunderkerzen – angebracht an Champagnerflaschen – die Deckenkonstruktion in Brand setzten. Eine offizielle Untersuchung soll klären, welche Materialien verwendet wurden, ob Brandschutzauflagen eingehalten wurden und ob sich zu viele Menschen im Club befanden.

Verzweifelte Suche: Jugendliche weiterhin vermisst

Unter den Vermissten ist der 16-jährige Schweizer Arthur Brodard. Seine Mutter Laetitia appellierte gegenüber der BBC: „Ich muss meinen Sohn finden… Es sind jetzt 30 Stunden, seit er verschwunden ist.“ Sie berichtete, dass Freunde ihres Sohnes mit schwersten Verbrennungen gefunden wurden. Arthur bleibt unauffindbar.

Auch der 16-jährige Achille Barosi aus Italien wird vermisst. Laut seiner Familie betrat er gegen 01:30 Uhr die Bar, um seine Jacke und sein Handy zu holen. Seitdem fehlt jede Spur. Achille, ein Schüler einer Kunstschule in Mailand, sei ein talentierter Maler gewesen, so seine Tante gegenüber der BBC: „Wir wollen ihn einfach nur finden.“

Die italienische Regierung bestätigte, dass sechs ihrer Staatsangehörigen weiterhin vermisst werden, darunter auch der Nachwuchsgolfer Emanuele Galeppini (16), der zuletzt kurz vor Mitternacht am Silvesterabend kontaktiert wurde. Auch Giovanni Tamburi (16) gilt als vermisst – seine Mutter berichtete, ein Freund habe ihn beim Verlassen der brennenden Bar aus den Augen verloren.

„Wir leben einen Albtraum“

Auch aus der Westschweiz wird die 22-jährige Emilie Pralong vermisst. Ihr Großvater sagte dem französischen Sender BFMTV: „Wir hoffen. Hoffnung hilft, den Schmerz zu überstehen. Aber wir müssen auch bereit sein, das Schlimmste zu akzeptieren.“

Ebenfalls vermisst wird die 15-jährige Alice Kallergis, eine Schweizerin mit griechischen Wurzeln. Ihr Bruder richtete über Instagram einen öffentlichen Aufruf an die Öffentlichkeit. Auch drei ihrer Freundinnen gelten als verschwunden.

Weltweite Anteilnahme – und viele offene Fragen

Angesichts der internationalen Opfergruppen wächst der Druck auf die Schweizer Behörden, schnell und transparent aufzuklären. Während Angehörige rund um die Welt um Nachrichten bangen, wird Kritik an unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen und mangelnder Kontrolle der Clubgenehmigungen laut.

Die Ermittlungen laufen, doch für die betroffenen Familien zählt vor allem eines: Gewissheit – und Hoffnung.

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