Verletzungen durch Feuerwerkskörper sorgen rund um den Jahreswechsel jedes Jahr für eine deutliche Mehrbelastung der Krankenhäuser. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des AOK-Bundesverband hervor. Demnach werden allein an Neujahr durchschnittlich rund 530 Menschen stationär in Kliniken aufgenommen – ein außergewöhnlich hoher Wert.
Im Vergleich zu normalen Wochentagen ist das etwa das 2,6-Fache, gegenüber durchschnittlichen Wochenenden sogar rund 4,4-mal so viele Klinikaufnahmen. Die Zahlen basieren auf den Auswertungen der vergangenen zehn Jahre und zeigen, dass der Jahreswechsel regelmäßig zu einer starken Zusatzbelastung für Notaufnahmen und chirurgische Abteilungen führt.
Besonders häufig behandeln die Kliniken Verletzungen an Händen, Fingern, Augen und im Gesichtsbereich. Hinzu kommen Verbrennungen, Gehörschäden sowie Verletzungen durch Fehlzündungen oder unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern. In schweren Fällen sind langwierige Behandlungen oder sogar bleibende Schäden die Folge.
Der Hintergrund ist aktuell besonders relevant: In Deutschland hat heute der Verkauf von Silvesterfeuerwerk begonnen. Raketen und Böller der Kategorie F2 sind in Supermärkten und Discountern erhältlich. Abgebrannt werden dürfen diese Feuerwerkskörper jedoch ausschließlich an Silvester und Neujahr.
Die AOK nutzt die Zahlen, um erneut an einen verantwortungsvollen Umgang mit Feuerwerk zu appellieren. Neben persönlicher Vorsicht gehe es auch um den Schutz von Rettungsdiensten und medizinischem Personal, das zum Jahreswechsel regelmäßig an Belastungsgrenzen stoße.
Die Auswertung macht deutlich: Was für viele zum Feiern dazugehört, endet für hunderte Menschen jedes Jahr im Krankenhaus – mit Folgen für Betroffene und das ohnehin stark beanspruchte Gesundheitssystem.