Drohnen in der Nähe des Flughafen Hannover haben am Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages nicht nur den Flugverkehr massiv beeinträchtigt, sondern beinahe eine lebensrettende Organtransplantation verhindert. Der Luftraum über dem Flughafen wurde aus Sicherheitsgründen für mehrere Stunden gesperrt – mit dramatischen Folgen.
Besonders betroffen war ein Ärzteteam, das ein Spenderherz nach Hannover transportieren sollte. Die Ärztin Theresa Holst machte den Vorfall später öffentlich. In einem Beitrag auf Instagram schrieb sie an die verantwortlichen Drohnenpiloten, dass das Team wegen der Aktion beinahe nicht rechtzeitig bei dem wartenden Patienten angekommen wäre.
Nach Berichten der Hannoversche Allgemeine Zeitung war in der Medizinische Hochschule Hannover (MHH) bereits alles für die Herztransplantation vorbereitet. Durch die Sperrung des Flughafens verlor das Team jedoch rund 45 Minuten.
„Noch fünf Minuten – dann wäre das Herz verloren gewesen“
Gegenüber der Zeitung schilderte Holst die dramatische Situation: „Wenn wir noch fünf Minuten länger hätten warten müssen, hätten wir das Herz wohl in die Tonne werfen müssen.“ Der Grund sei das hohe Risiko irreversibler Schäden durch Sauerstoffmangel bei zu langen Transportzeiten. Nach der Freigabe des Flughafens habe sich das Team sofort auf den Weg gemacht und sei mit Blaulicht zur MHH gefahren. Die Operation konnte schließlich erfolgreich durchgeführt werden.
Flughafen mehrere Stunden gesperrt
Nach der Sichtung mehrerer Drohnen in Flughafennähe wurde der Luftraum am Freitagabend gegen 21 Uhr vollständig geschlossen – und das für rund dreieinhalb Stunden. In dieser Zeit mussten sieben ankommende Flugzeuge umgeleitet werden. Zudem wurden am Samstagvormittag zwei Flüge gestrichen, da Maschinen nicht rechtzeitig verfügbar waren.
Der Vorfall zeigt eindrücklich, wie gefährlich und verantwortungslos Drohnenflüge in sensiblen Bereichen sein können. Neben wirtschaftlichen Schäden und Reisechaos können solche Aktionen im schlimmsten Fall Menschenleben gefährden. Die Polizei ermittelt nun, um die Verantwortlichen zu finden.