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Unappetitlicher Gigant unter der Stadt: Riesiger „Fatberg“ blockiert Londons Kanalisation

manfredrichter (CC0), Pixabay

In den Abwasserkanälen im Osten von London ist erneut ein massiver sogenannter Fettberg entdeckt worden. Der gigantische Klumpen aus verhärtetem Fett, Öl, Feuchttüchern und weiterem Müll wurde im Stadtteil Whitechapel von Arbeitern des Wasserversorgers Thames Water gefunden. Nach Angaben des Unternehmens bringt der sogenannte „Fatberg“ ein geschätztes Gewicht von rund 100 Tonnen auf die Waage und erstreckt sich über eine Länge von etwa 100 Metern.

Der Fund erinnert an einen noch größeren Vorgänger, der bereits 2017 an nahezu derselben Stelle für Schlagzeilen sorgte. Damals wurde in Whitechapel ein Fettberg mit einem Gewicht von rund 130 Tonnen und einer Länge von mehr als 250 Metern entdeckt – einer der größten, die jemals in Großbritannien dokumentiert wurden. Ein Teil dieses außergewöhnlichen Fundes schaffte es sogar ins Museum of London, wo eine Probe ausgestellt wurde und Besuchern eindrucksvoll vor Augen führte, welche Ausmaße die Verschmutzung unter der Stadt annehmen kann.

Thames Water bezeichnete den aktuellen Fund augenzwinkernd als den „Enkel“ des legendären Fettbergs von 2017. Die Warnung, die mit dieser Entdeckung einhergeht, ist allerdings ernst gemeint – und alles andere als festlich, zumal der Fund kurz vor Weihnachten bekannt wurde.

„Dieser jüngste Fettberg zeigt genau, was passiert, wenn Fette, Öle und Feuchttücher in unsere Abflüsse gelangen. Sie verschwinden nicht, sondern sammeln sich an und verursachen ernsthafte Schäden“, erklärte Tim Davies, Leiter der Abfallentsorgung für Nordlondon bei Thames Water. Viele Menschen unterschätzten, welche Folgen das falsche Entsorgen von Küchenabfällen und Hygieneprodukten habe.

Besonders problematisch ist nicht nur die schiere Größe solcher Fettberge, sondern auch der Aufwand, den ihre Beseitigung erfordert. Die Entfernung sei laut Thames Water äußerst arbeitsintensiv, teuer und könne je nach Ausmaß mehrere Wochen dauern. Speziell ausgerüstete Teams müssen den Fettklumpen Stück für Stück zerkleinern und abtransportieren, um Schäden an der Kanalisation und mögliche Abwasserrückstaus zu verhindern.

Fettberge entstehen, wenn flüssige Fette und Öle in den Abfluss gegossen werden und dort abkühlen. In Verbindung mit Feuchttüchern, die sich – entgegen vieler Annahmen – nicht auflösen, verhärten sie zu massiven Blockaden. Für Wasserversorger stellen diese Ablagerungen ein wachsendes Problem dar, insbesondere in Großstädten mit alten Kanalsystemen.

Mit dem aktuellen Fund appelliert Thames Water erneut an die Bevölkerung, Fette und Öle im Hausmüll zu entsorgen und Feuchttücher keinesfalls in der Toilette herunterzuspülen. Andernfalls drohen weitere unappetitliche Giganten unter Londons Straßen – mit hohen Kosten für die Allgemeinheit und erheblichen Risiken für die städtische Infrastruktur.

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