Die Bundesregierung plant eine grundlegende Reform der privaten Altersvorsorge. Ab 2027 soll die bisher wenig beliebte Riester-Rente durch ein neues Altersvorsorgedepot ersetzt werden. Ziel ist es, das Sparen fürs Alter attraktiver, transparenter und rentabler zu machen.
Künftig sollen Sparer selbst entscheiden können, wie ihr Geld angelegt wird – zum Beispiel in Aktien, Fonds oder ETFs, ohne die bisher vorgeschriebene Kapitalgarantie. Dadurch sind höhere Renditen möglich, allerdings auch mit mehr Schwankungen. Wer es sicherer möchte, kann weiterhin Produkte mit 80 oder 100 Prozent Garantie wählen, deren Kosten begrenzt werden sollen.
Auch die staatliche Förderung wird neu gestaltet. Statt einer festen Zulage gibt es künftig Zuschüsse abhängig von der eigenen Einzahlung. Wer jährlich spart, kann so deutlich mehr Förderung erhalten als bisher. Junge Menschen unter 25 Jahren und Eltern profitieren zusätzlich von Extra-Zuschüssen.
Bestehende Riester-Verträge bleiben geschützt. Sie müssen nicht gekündigt werden, können aber freiwillig in das neue Modell übertragen werden. Die Auszahlungsphase soll flexibler werden: Neben einer lebenslangen Rente soll es auch die Möglichkeit geben, das Geld bis zum 85. Lebensjahr schrittweise auszahlen zu lassen. Ein Teil des Kapitals kann zudem einmalig ausgezahlt werden.
Kritisch gesehen wird, dass der Kreis der Förderberechtigten kaum erweitert wird. Selbstständige ohne Pflichtversicherung bleiben weiterhin außen vor. Insgesamt wird die Reform jedoch als großer Schritt zu einer moderneren und verständlicheren Altersvorsorge bewertet – auch wenn Details und Kosten der Anbieter noch offen sind.