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Warnzeichen überhört? Tragischer Hauseinsturz in Fes fordert 22 Todesopfer

NoName_13 (CC0), Pixabay

Ein verheerender Hauseinsturz hat die marokkanische Großstadt Fes in tiefe Trauer gestürzt. In der Nacht zum Mittwoch brach ein vierstöckiges Wohngebäude, in dem acht Familien lebten, plötzlich in sich zusammen. Mindestens 22 Menschen – darunter mehrere Kinder – kamen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt. Noch immer suchen Rettungskräfte in den Trümmern nach Verschütteten, weshalb die Zahl der Opfer weiter steigen könnte.

Die Ursache des Unglücks ist bislang unklar, doch erste Hinweise werfen ein bedrückendes Licht auf den Zustand des Gebäudes. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur MAP habe es bereits zuvor sichtbare Risse gegeben, ohne dass entscheidende Maßnahmen ergriffen wurden. Ob diese Warnsignale tatsächlich ignoriert wurden, sollen nun eingeleitete Ermittlungen klären.

Am Einsatzort bot sich ein Bild der Zerstörung: Sicherheitskräfte sperrten das Gebiet weiträumig ab, während Zivilschützer mit schweren Geräten versuchten, Zugang zu unteren Schichten der Trümmer zu bekommen. Presslufthämmer, Spitzhacken und Bagger kamen zum Einsatz, um eingeschlossene Menschen zu bergen. Bilder zeigen Einsatzkräfte, die Leichensäcke abtransportieren, während andere weiter nach Überlebenden suchen.

Fes, die drittgrößte Stadt des Landes, steht damit erneut im Fokus einer Diskussion über die marode Bausubstanz vieler Wohnhäuser in Marokko. Immer wieder kommt es zu tödlichen Einstürzen – oft, weil Gebäude überaltert sind oder Bauvorschriften nicht konsequent umgesetzt werden. Bereits 2014 starben in Casablanca 23 Menschen, als drei Wohnblocks kollabierten.

Erst im September hatten junge Marokkaner in mehreren Städten gegen Missstände im Land protestiert – unter anderem gegen unzureichende Gesundheitsversorgung, mangelnde öffentliche Sicherheit und den schlechten Zustand von Gebäuden und Infrastruktur. Der Einsturz in Fes dürfte die Debatte weiter anheizen und neue Fragen zur Verantwortung kommunaler Behörden und Eigentümer aufwerfen.

Während das Land um die Opfer trauert, laufen die Arbeiten am Unglücksort ununterbrochen weiter. Für die betroffenen Familien bleibt vor allem eine Frage: Hätte die Katastrophe verhindert werden können?

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