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Hepatitis-Welle in Tschechien: Weihnachtsmärkte als Infektionsherde – Behörden warnen Touristen
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Hepatitis-Welle in Tschechien: Weihnachtsmärkte als Infektionsherde – Behörden warnen Touristen

chriswanders (CC0), Pixabay

Tschechien erlebt derzeit die heftigste Hepatitis-A-Welle seit fast einem halben Jahrhundert. Besonders Weihnachtsmärkte, beliebt bei Touristinnen und Touristen aus Nachbarländern wie Deutschland, entwickeln sich zu Hotspots der Virusverbreitung. Die tschechischen Gesundheitsbehörden sprechen von einer Lage, die sich weiter zuspitzt.

Größte Epidemie seit 1979 – „Höhepunkt noch nicht erreicht“

Milan Kubek, Präsident der tschechischen Ärztekammer, findet deutliche Worte:

„Es handelt sich um die größte Epidemie seit 1979 – und wir haben den Höhepunkt noch nicht erreicht.“

Die Zahlen untermauern die Warnung:
2025 wurden bereits rund 3.000 Hepatitis-A-Fälle registriert – 20-mal mehr als im Vorjahr. Besonders betroffen sind:

  • Prag

  • Mittelböhmen

  • Region Karlsbad

Allesamt auch beliebte Ziele für deutsche Besucher, die in der Adventszeit traditionell für die Weihnachtsmärkte anreisen. Genau dort aber steigt derzeit das Risiko einer Ansteckung besonders stark.

Mindestens 32 Menschen sind 2025 in Tschechien an der Krankheit verstorben, hauptsächlich ältere Männer oder Betroffene mit Vorerkrankungen.

Wie steckt man sich an?

Hepatitis A gilt zwar als die „mildeste“ Form der Virushepatitis, doch sie ist hoch ansteckend. Die Übertragung erfolgt über Schmierinfektionen:

  • ungewaschene Hände

  • verunreinigte Oberflächen

  • Lebensmittel, die mit verschmutztem Wasser in Berührung kamen

Besonders riskant: rohes Gemüse, Obst oder Salate.

Infektiologe Christoph Spinner vom Klinikum Rechts der Isar erklärt:

„Erkrankte Menschen können das Virus vor allem in den ersten 14 Tagen durch Fäkalien und Körperflüssigkeiten weitergeben.“

Typische Symptome sind:

  • Fieber

  • Bauchschmerzen

  • Juckreiz an Händen und Füßen

  • leichte Gelbfärbung der Haut oder Augen

Das deutsche Auswärtige Amt mahnt daher, konsequent auf Hygiene zu achten und empfiehlt für Reisen nach Tschechien eine Hepatitis-A-Impfung.

Impfstoff knapp – Tschechien kämpft mit Engpässen

Genau hier beginnt das nächste Problem: In Tschechien ist der Impfstoff aktuell Mangelware. Die verbliebenen Dosen werden nur noch an Kontaktpersonen und akut gefährdete Gruppen verabreicht. Routineimpfungen wurden bereits gestoppt.

Das Gesundheitsministerium versucht nun, Impfstoff aus dem Ausland zu beschaffen.

Wer sich in Deutschland impfen lässt, hat bereits nach 12 bis 15 Tagen einen guten Basisschutz, so Spinner. Für einen langfristigen Schutz ist nach sechs Monaten eine zweite Dosis erforderlich.

Deutschland: Keine Epidemie zu erwarten

Trotz der Nähe zur tschechischen Grenze sehen deutsche Expertinnen und Experten die Lage gelassen.

Spinner betont:

„Eine Epidemie ist aufgrund der notwendigen direkten Kontaktübertragung nicht wahrscheinlich.“

Da Hepatitis A in Deutschland meldepflichtig ist, überwachen Behörden das Infektionsgeschehen genau. Die Zahlen bleiben gering:

  • Bayern: sieben Fälle im November, Tendenz wieder sinkend

  • Sachsen: keine auffällige Zunahme trotz 450 Kilometer gemeinsamer Grenze mit Tschechien

Eine flächendeckende Ausbreitung wie in Tschechien gilt daher als unwahrscheinlich.

Fazit: Vorsicht, aber kein Grund zur Panik

Für Besucherinnen und Besucher tschechischer Weihnachtsmärkte gilt derzeit: Hygiene ernst nehmen, Impfschutz prüfen, Risiken kennen.

Trotz steigender Fallzahlen bleibt die Lage in Deutschland stabil. Tschechien hingegen steht vor einer großen Herausforderung – und hat den Höhepunkt der Epidemie möglicherweise noch nicht erreicht.

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