Die Sorge um die Sicherheit im deutschen Luftraum wächst. Immer häufiger werden Drohnen gesichtet, die den Flugbetrieb beeinträchtigen oder sogar zum Stillstand bringen. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) wurden bis Ende November bereits 208 gefährliche Behinderungen durch unbemannte Fluggeräte registriert. Damit liegt die Zahl der Vorfälle deutlich über dem Niveau des Vorjahres und übertrifft bereits den bisherigen Höchstwert aus 2024.
Als kritisch gilt insbesondere die zunehmende Nähe der Drohnen zu bemannten Maschinen und Infrastruktur. Sobald die Flugobjekte zivilen Flugzeugen oder Kontrolleinrichtungen gefährlich nahe kommen, wird ein Vorfall verzeichnet. Immer wieder müssen große Flughäfen zeitweise den Betrieb einstellen, wenn Drohnen im gesperrten Luftraum auftauchen. Häufig bleibt ungeklärt, wer hinter den Steuerungen steht. Die Behörden schließen neben unerfahrenen Hobby-Piloten zunehmend auch gezielte Ausspähungen oder sicherheitsgefährdende Absichten nicht aus.
Die Hinweise auf die unbefugten Fluggeräte kommen meist von Piloten oder Fluglotsen. Seit diesem Jahr tragen auch neu etablierte Detektionssysteme der Bundespolizei dazu bei, Vorfälle schneller zu erkennen. Diese intensiveren Kontrollen dürften ebenfalls zur gestiegenen Statistik beitragen. Rund drei Viertel aller Sichtungen ereigneten sich im Umfeld großer deutscher Airports, wie die DFS mitteilt.
Besonders betroffen zeigt sich der Frankfurter Flughafen, wo in diesem Jahr bereits 45 Drohnensichtungen erfasst wurden – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Köln/Bonn, Hamburg und München meldeten ebenfalls wiederholt unbefugte Flugbewegungen. Auch Militärstandorte stehen zunehmend im Fokus, wie jüngste Ereignisse im niederländischen Eindhoven verdeutlichen, wo der Flugverkehr wegen Drohnen zeitweise komplett zum Erliegen kam.
Die Gefahr ist nicht zu unterschätzen: Nach Angaben der Flugsicherung kann bereits die Sichtung einer Drohne die Aufmerksamkeit von Piloten und Lotsen beeinträchtigen. Drohnenflüge im nahen Umfeld von Start- und Landebahnen sind daher strikt verboten. Wer erwischt wird, muss mit schweren strafrechtlichen Konsequenzen rechnen. Gefährliche Eingriffe in den Luftverkehr können mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren geahndet werden.
Die Entwicklung zeigt, dass der Schutz vor Drohnen zu einer wachsenden Herausforderung für Sicherheitsbehörden und Flugverkehr wird. Konzepte zur Abwehr und Ortung unbemannter Fluggeräte gewinnen zunehmend an Bedeutung, um Risiken für Passagiere und Infrastruktur zu minimieren.
Jeder der sich eine Drohne kaufen will, sollte mit seinem Lichtbild Ausweis registriert werden.