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Butter unter einem Euro: Sinkende Preise belasten Milchbauern massiv

Daria-Yakovleva (CC0), Pixabay

Während Verbraucher sich über Butter zum Schnäppchenpreis freuen können, schlagen Milchbauern Alarm. Der Preisverfall bei Milch und Butter bringt viele Betriebe an ihre wirtschaftlichen Grenzen. Grund ist ein Überangebot auf dem Weltmarkt: Mehr Milch mit höherem Fettgehalt führt dazu, dass Molkereien günstiger produzieren können – und den Druck an den Einzelhandel weitergeben.

Der Rückgang ist deutlich sichtbar: Ein 250-Gramm-Stück Markenbutter kostet derzeit nur noch 99 Cent und hat sich damit innerhalb eines Jahres mehr als halbiert. Doch hinter diesem Preis steht eine Misere in der Landwirtschaft. „Für uns Milchviehhalter bedeuten solche Preise ein wirtschaftliches Desaster“, sagte Hans Foldenauer vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter. Zwar lag der Erzeugerpreis in der ersten Jahreshälfte 2025 noch bei durchschnittlich 53 Cent pro Kilogramm Rohmilch – nahezu auf Höhe der Produktionskosten. Doch seit dem Sommer sind diese Preise auf etwa 46 Cent gefallen, viele Betriebe rutschen dadurch in die Verlustzone.

Der Handel verteidigt sich. Lidl etwa erklärte, man verzichte bewusst auf Gewinne, um mit höheren Absatzmengen den Bauern zu helfen. Doch diese Argumentation stößt auf Unverständnis. Foldenauer hält dagegen: Höhere Absatzmengen nutzen nichts, wenn jeder Liter Milch mit Verlust verkauft wird. Entscheidend sei vielmehr, dass Molkereien und Handel ihre Preispolitik überdenken und nicht die wirtschaftlichen Risiken auf die Landwirte abwälzen.

Die Situation zeigt, wie fragil die Preisstrukturen im Agrarsektor sind. Was für Kundinnen und Kunden wie ein günstiges Angebot erscheint, kann für die Erzeuger existenzbedrohend sein – und damit langfristig Auswirkungen auf die Versorgung und die Stabilität des Marktes haben.

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