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Alarmstufe Rot: Brillenpinguine kämpfen ums Überleben – Forscher warnen vor Massensterben

butterflystroke (CC0), Pixabay

Afrikas einzige Pinguinart steht am Rand des Aussterbens. Eine neue Studie zeigt, wie dramatisch die Lage für die Brillenpinguine geworden ist. Besonders in den Kolonien vor der südafrikanischen Küste brechen die Bestände in erschreckendem Tempo ein – und die Ursachen liegen tief im marinen Ökosystem.

Zwischen 2004 und 2011 sank die Population auf zwei großen Brutinseln vor Südafrika um etwa 95 Prozent. Rund 62.000 Tiere verhungerten allein dort. Forschende aus Großbritannien und Südafrika machen dafür vor allem den massiven Mangel an Sardinen und Sardellen verantwortlich. Diese Fische sind die wichtigste Nahrungsquelle der Pinguine, deren knappe Verfügbarkeit die Tiere vor unlösbare Probleme stellt. Besonders kritisch ist die jährliche Mauserphase: Für etwa drei Wochen bleiben die Pinguine an Land, jagen nicht und verlieren beinahe die Hälfte ihres Körpergewichts. Nur wenn sie zuvor genügend Fettreserven aufbauen und danach ausreichend Nahrung finden, überleben sie diese Zeit.

Doch genau hier liegt das Problem: Vor Südafrika ist der Bestand der Beutefische laut Studien seit Jahren auf weniger als ein Viertel früherer Werte geschrumpft. Konkurrenz durch industrielle Fischerei und klimabedingte Verschiebungen in den Beständen verschärfen die Lage weiter. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt den Brillenpinguin seit 2024 auf ihrer Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ – Tendenz weiter sinkend. Nach aktuellen Prognosen wird die Population über drei Generationen um mehr als 80 Prozent einbrechen.

Als Indikator nutzten Wissenschaftler die Ernährungsdaten des Kaptölpels, eines ebenfalls auf Sardinen und Sardellen angewiesenen Meeresvogels. Seine Beuteanalyse zeigt seit Jahren ein deutliches Defizit der Fischbestände und untermauert somit den Zusammenhang zwischen Nahrungsmangel und Pinguinsterben.

Der südafrikanische Staat hat inzwischen Schutzgebiete rund um sechs zentrale Brutkolonien eingerichtet, die zusammen mehr als drei Viertel des weltweiten Bestands beherbergen. Doch Naturschützer bemängelten, die Zonen seien zu klein, um wirkungsvoll zu sein. Erst in diesem Jahr wurden sie erweitert – ein spätes, aber wichtiges Signal, dass drastischere Maßnahmen nötig sind.

Ob diese Schutzmaßnahmen den Absturz der Bestände bremsen können, bleibt offen. Klar ist jedoch: Ohne ein Umdenken in Fischereipolitik und Klimaschutz droht Afrika seine einzige Pinguinart zu verlieren – und mit ihr ein wichtiger Teil des ökologischen Gleichgewichts an seinen Küsten.

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