Ein erschütternder Fall aus Nordrhein-Westfalen gibt Polizei und Justiz Rätsel auf. Der frisch pensionierte Hubert H., bislang unauffällig und ohne strafrechtliche Vorgeschichte, soll seinen Mieter Gerald N. an dessen Wohnungstür erschossen haben – und sich anschließend selbst bei der Polizei gemeldet haben. Warum der 66-Jährige zu dieser tödlichen Tat griff, ist bislang unklar.
Nach ersten Erkenntnissen hatte es zwischen Vermieter und Mieter Streit gegeben. Was als alltäglicher Konflikt begann, eskalierte offenbar dramatisch. Zeugen berichten, Hubert H. habe bereits zuvor Drohungen ausgesprochen, er werde „alle umbringen“. Ob diese Aussagen Ausdruck einer längeren inneren Krise waren, gilt es nun zu klären. Ermittler prüfen unter anderem, ob persönliche Belastungen wie eine vorangegangene Scheidung den Mann psychisch aus der Bahn geworfen haben könnten.
Nach der Tat wurde Hubert H. festgenommen. Er erschien mit Bauchgurt, Hand- und Fußfesseln vor dem Gerichtsgebäude, wo ein Haftprüfungstermin anstand. Psychologische Gutachten und Befragungen sollen helfen, die Hintergründe zu beleuchten. Bisher gibt es keinen Hinweis darauf, dass der Täter zuvor durch Gewaltbereitschaft aufgefallen wäre.
Für die Ermittler steht nun die Frage im Mittelpunkt, ob ein lang schwelender Streit eskalierte, eine akute psychische Ausnahmesituation vorlag oder ob weitere Faktoren im Spiel waren. Klar ist bislang nur: Ein unscheinbarer Alltag verwandelte sich in ein tödliches Drama, dessen Motiv die Behörden erst noch entschlüsseln müssen.