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Affenplage in Japan: Spezialeinheit soll Makaken in die Berge vertreiben

TheOtherKev (CC0), Pixabay

In den ländlichen Regionen rund um Japans Hochgebirge haben sich Szenen abgespielt, die in ihrer Skurrilität an Filme erinnern – doch für die Betroffenen ist es bitterer Alltag: Immer häufiger dringen wilde Affen in Häuser ein, durchwühlen Vorratskammern, zerwühlen Schlafzimmer und entwenden alles Essbare. Die Makaken, die zu Japans bekanntesten Tierarten zählen, verlieren zunehmend ihre Scheu vor dem Menschen – ein Problem mit wachsender Dringlichkeit.

Besonders betroffen sind Dörfer und kleine Städte an den Rändern waldreicher Gebirgszüge. Die Japanmakaken, auch Schneeaffen genannt, gelten zwar als intelligent und faszinierend – doch wenn sie im Rudel Fenster aufstemmen oder Türen aufdrücken, ist von friedlichem Naturerlebnis keine Rede mehr. Die Bewohner beklagen teils erhebliche Schäden und ein steigendes Gefühl der Unsicherheit.

Abschuss verboten – neue Strategie gefragt

Ein Eingreifen ist rechtlich heikel: Makaken dürfen in Japan nicht einfach getötet werden, denn sie unterliegen dem Naturschutz. Zudem genießt die Tierwelt in der japanischen Kultur traditionell großen Respekt. Statt auf Abschuss setzt man daher nun auf Vergrämung – das gezielte Verjagen der Tiere zurück in ihre natürlichen Lebensräume.

Dazu wurde in mehreren Präfekturen ein spezielles „Vergrämungsteam“ aufgestellt. Die Mitglieder – geschult in Tierverhalten und ausgestattet mit Lärmkanonen, Netzen und leichten Gummigeschossen – sollen die Affen aufscheuchen, sie aus Siedlungen treiben und ihnen den Aufenthalt in Menschennähe so unangenehm wie möglich machen. Ziel ist es, den Tieren klarzumachen: In der Nähe von Menschen gibt es keine Ruhe – und keinen sicheren Zugang zu Futter.

Warum kommen die Affen in die Städte?

Hinter dem auffälligen Verhalten steht ein ökologisches Ungleichgewicht. Der Klimawandel, veränderte Landwirtschaft und die schrumpfende Landbevölkerung führen dazu, dass viele Felder brachliegen – oder dass sich Wald und Siedlung durchlässiger durchdringen. Für die Affen bedeutet das: kürzere Wege zum Essen, weniger Scheu vor Menschen, mehr Gelegenheit zur Plünderung.

Hinzu kommt, dass Fütterungen – ob absichtlich oder unbewusst – das Verhalten weiter verstärken. In einigen Fällen sollen Touristen oder Anwohner die Tiere mit Essensresten versorgt haben, was deren Rückkehr in die Berge zusätzlich erschwert.

Ein Balanceakt zwischen Mensch und Tier

Die japanischen Behörden stehen nun vor einem Balanceakt: Einerseits sollen Anwohner geschützt und Eigentum bewahrt werden, andererseits sollen die Tiere nicht verletzt werden und langfristig wieder lernen, sich aus menschlichen Siedlungen fernzuhalten.

Die Vergrämungsteams setzen daher auf eine Kombination aus Abschreckung, Aufklärung und Wiederaufforstung abgelegener Regionen – damit die Makaken wieder das finden, was sie suchen, ohne Wohnzimmer oder Küchen durchstöbern zu müssen.

Ob diese Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Frage, wie Mensch und Wildtier in immer enger werdenden Lebensräumen koexistieren können, wird Japan – und viele andere Länder – noch lange beschäftigen.

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