Was als Luxusreise um die Welt begann, hat sich für mehr als 100 Menschen an Bord der „AIDAdiva“ in einen Albtraum aus Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verwandelt. Auf dem Kreuzfahrtschiff ist ein massiver Norovirus-Ausbruch festgestellt worden – betroffen sind laut US-Gesundheitsbehörde CDC insgesamt 95 Passagiere und 6 Crewmitglieder. Die Weltreise des Schiffs soll dennoch fortgesetzt werden.
Der Ausbruch ereignete sich vor der US-Küste, nachdem die AIDAdiva bereits mehrere Häfen in Nordamerika angelaufen hatte. Das Kreuzfahrtschiff befindet sich seit dem 10. November auf einer 133-tägigen Reise rund um den Globus. Der Premiumtarif der Tour kostet über 24.000 Euro, geboten werden exklusive Stopps in Mittel- und Südamerika, im Pazifikraum und Asien – Luxus, der nun für viele von Brechdurchfall überschattet wird.
Strikte Maßnahmen an Bord
Angesichts der Ausbreitung des hochansteckenden Virus reagierten Crew und Reederei schnell. Die Erkrankten wurden isoliert, umfassende Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen in sämtlichen Gemeinschaftsbereichen eingeleitet. Die CDC, zuständig für die Überwachung solcher Vorfälle auf See, dokumentiert die Lage fortlaufend. Die Meldegrenze – drei Prozent der sich an Bord befindenden Personen – ist deutlich überschritten.
Ideale Bedingungen für Erreger
Experten sind wenig überrascht. „Noroviren zählen zu den ansteckendsten Viren überhaupt“, erklärt Präventionsmediziner Christoph Specht. Die Bedingungen auf Kreuzfahrtschiffen – enge Räume, häufige Kontakte, Gemeinschaftsverpflegung – bieten ideale Voraussetzungen für eine rasante Verbreitung. Schon kleinste Mengen des Erregers reichen für eine Infektion. Die Übertragung erfolgt meist über Schmierinfektion, etwa durch kontaminierte Oberflächen oder Hände.
Eine Norovirus-Infektion verläuft in der Regel plötzlich und heftig: Übelkeit, schwallartiges Erbrechen, Durchfall und ausgeprägtes Krankheitsgefühl setzen oft binnen Stunden ein. Für gesunde Erwachsene verläuft die Erkrankung meist komplikationslos, kann jedoch in kürzester Zeit zu erheblichem Flüssigkeitsverlust führen.
Kreuzfahrt soll fortgesetzt werden
Trotz der mehr als 100 Krankheitsfälle hält AIDA Cruises am Reiseplan fest. Die kommenden Ziele sind Stopps in Costa Rica, Guatemala, Mexiko und San Diego, ehe das Schiff über den Pazifik Kurs auf Asien nimmt. Die Rückkehr nach Hamburg ist für den 23. März 2026 vorgesehen.
Die Reederei verweist auf bestehende Protokolle zur Infektionskontrolle. Kritik an der Entscheidung, die Reise fortzusetzen, dürfte dennoch nicht ausbleiben – besonders angesichts der jüngsten Häufung solcher Ausbrüche auf Kreuzfahrtschiffen weltweit.
Wie es an Bord weitergeht, hängt nun maßgeblich vom Erfolg der eingeleiteten Hygienemaßnahmen ab – und davon, ob sich der Ausbruch weiter ausbreitet oder unter Kontrolle gebracht werden kann.