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EU-Pläne vor dem Aus: Schnieder rechnet mit Absage an jährliche TÜV-Pflicht für ältere Autos

WolfBlur (CC0), Pixabay

Die von der EU-Kommission vorgeschlagene jährliche TÜV-Pflicht für ältere Fahrzeuge steht offenbar kurz vor dem Scheitern. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder geht fest davon aus, dass der Vorstoß nicht umgesetzt wird. Am Rande eines Treffens der EU-Verkehrsminister in Brüssel erklärte er, dass der Vorschlag „auf massiven Druck aus Deutschland“ aus der Agenda genommen worden sei.

Was die EU ursprünglich plante

Die EU-Kommission wollte strengere Regeln für die Hauptuntersuchung einführen:
Fahrzeuge ab einem Alter von zehn Jahren sollten künftig jedes Jahr zur TÜV-Prüfung – statt wie bisher alle zwei Jahre.
Begründet wurde die Idee mit:

  • mehr Verkehrssicherheit,

  • besseren Emissionskontrollen,

  • und einem einheitlicheren technischen Standard in Europa.

Doch schon in der frühen Diskussion zeigten sich deutliche Widerstände, vor allem von Ländern mit einer gut funktionierenden Fahrzeugüberwachung wie Deutschland.

Deutschland: Kein Sicherheitsgewinn – aber höhere Kosten

Schnieder machte deutlich, dass Deutschland den Vorschlag für überzogen hält.
Nach Ansicht des Verkehrsministeriums:

  • gibt es keinen belegbaren Sicherheitsgewinn durch eine jährliche Prüfung,

  • sind die deutschen Prüfsysteme bereits gründlich genug,

  • würden Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer mit unnötigen Mehrkosten belastet.

Auch Automobilclubs wie ADAC und ACE hatten die EU-Idee zuvor kritisiert. Die Unfallstatistik zeige seit Jahren, dass technische Mängel nur eine geringe Rolle bei schweren Verkehrsunfällen spielten.

EU-Verkehrsminister wenig überzeugt

Nach Angaben aus EU-Diplomatenkreisen ist die Stimmung unter den Verkehrsministern eindeutig:
Viele Mitgliedstaaten sehen die jährliche TÜV-Pflicht als bürokratisch, teuer und nicht verhältnismäßig an.

Damit dürfte der Plan der Kommission in seiner aktuellen Form nicht weiterverfolgt werden.

Wie geht es weiter?

Die EU-Kommission muss den Vorschlag nun überarbeiten oder ganz zurückziehen.
Deutschland signalisiert jedoch Bereitschaft für alternative Maßnahmen – etwa:

  • bessere digitale Überwachungssysteme,

  • einheitliche Mindeststandards bei Prüfverfahren,

  • mehr Austausch über Sicherheitsdaten.

Nach Schnieders Angaben sei das Ziel, den Aufwand für Bürgerinnen und Bürger „im Rahmen zu halten“ und gleichzeitig hohe Sicherheitsstandards zu bewahren.

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