Zum internationalen Tag des Ehrenamts richtet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) einen eindringlichen Appell an Politik und Gesellschaft: Das Ehrenamt müsse in Deutschland deutlich stärker wertgeschätzt und besser ausgestattet werden. Hermann Gröhe, der neue Präsident des DRK, betonte, dass freiwilliges Engagement zwar oft gelobt werde – doch echte Anerkennung zeige sich vor allem in konkreten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen, nicht in bloßen Dankesworten.
„Ehrenamtliche dürfen nicht in heruntergekommenen Räumen arbeiten“
Gröhe machte in seiner Stellungnahme deutlich, dass viele Ehrenamtliche noch immer unter Bedingungen arbeiten, die ihrer Bedeutung für das Gemeinwohl nicht gerecht werden. Veraltete Räume, marode Geräte oder unzureichende Materialien seien für viele Freiwillige nach wie vor Realität.
„Dazu zählt, dass die Ehrenamtlichen für ihre Arbeit gut ausgestattet werden und sie nicht in heruntergekommenen Räumen arbeiten müssen“, so Gröhe. Eine moderne Ausstattung sei kein Luxus, sondern Voraussetzung für professionelle und sichere Hilfeleistungen.
Unverzichtbar für die Gesellschaft – und die Demokratie
Das Ehrenamt ist für das DRK weit mehr als Zusatzunterstützung. Es bildet das Rückgrat vieler zentraler Aufgaben, darunter:
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Rettungs- und Sanitätsdienste
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Katastrophenschutz und Notfallversorgung
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Blutspendedienste und Pflegeangebote
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Jugendarbeit, Integrationsprogramme und soziale Projekte
In vielen dieser Bereiche wäre ein funktionierendes System ohne das Engagement Tausender Freiwilliger schlicht nicht möglich. Gröhe betonte, dass eine Demokratie dort besonders stabil sei, wo Bürger sich aktiv einbringen – ob im Sportverein, bei der Freiwilligen Feuerwehr oder eben beim DRK.
Ehrenamt unter Druck: Nachwuchs fehlt, Belastungen steigen
Der Appell kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Bereitschaft zum Ehrenamt vielerorts unter enormem Druck steht. Gründe sind laut DRK unter anderem:
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gestiegene berufliche Belastungen
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schwierige Vereinbarkeit von Family, Job und Engagement
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wachsende bürokratische Anforderungen
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eine sinkende Verfügbarkeit von Einsatzräumen und Infrastruktur
Gerade im Katastrophenschutz sei spürbar, dass viele Ehrenamtliche „am Limit“ arbeiten, ohne dass ihre Strukturen verlässlich modernisiert würden.
DRK fordert echte Anerkennung – nicht nur symbolische Gesten
Gröhes Forderung nach „spürbarer Anerkennung“ umfasst aus Sicht des DRK mehrere Bereiche:
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bessere finanzielle Förderung für Ausrüstung und Infrastruktur
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einheitlichere Freistellungsregelungen für Arbeitgeber und Ehrenamtliche
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weniger Bürokratie, damit Helfer sich auf ihre Aufgaben konzentrieren können
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stärkere öffentliche Sichtbarkeit und Wertschätzung
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politische Reformen, die ehrenamtliche Tätigkeiten langfristig absichern
Auch steuerliche Entlastungen und bundesweit einheitliche Bonusprogramme für Ehrenamtliche stehen immer wieder in der Diskussion.
Fazit: Eine Investition in das Fundament der Gesellschaft
Mit seinem Appell anlässlich des internationalen Tags des Ehrenamts stellt Gröhe klar: Deutschland lebt vom Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger. Doch Engagement entsteht nicht im luftleeren Raum – es braucht Strukturen, Anerkennung und zeitgemäße Unterstützung.
Das DRK fordert deshalb nicht weniger als ein neues Verständnis von Ehrenamt: weg vom „selbstverständlichen Helfen“, hin zu einer echten gesellschaftlichen Priorität. Denn ohne Ehrenamt, so Gröhe, wäre vieles, was wir heute als selbstverständlich ansehen, nicht aufrechtzuerhalten.