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„EU stellt Meta wegen WhatsApp-KI an den Pranger: Neue Kartelluntersuchung gegen Meta AI geplant“
Warnungen der IOSCO

„EU stellt Meta wegen WhatsApp-KI an den Pranger: Neue Kartelluntersuchung gegen Meta AI geplant“

marcmanhart (CC0), Pixabay

Die Europäische Kommission bereitet laut Financial Times eine umfassende kartellrechtliche Untersuchung gegen Meta Platforms vor – und im Mittelpunkt steht diesmal die Einbindung des KI-Chatbots Meta AI in WhatsApp. Seit März 2025 ist der digitale Assistent direkt in den Messenger integriert und bietet Nutzern KI-generierte Antworten, Bildfunktionen und Recherche-Tools. Doch genau diese tiefgreifende Integration alarmiert nun die europäischen Wettbewerbshüter.

Zentraler Vorwurf: Meta könnte KI-Markt auf WhatsApp monopolisieren

Die EU will prüfen, ob Meta durch die Verknüpfung seiner KI-Funktionen mit WhatsApp den Wettbewerb im KI-Sektor einschränkt. Vor allem geht es um die Frage, ob der Konzern seine marktbeherrschende Stellung ausnutzt, um einen exklusiven Zugang zu Milliarden von WhatsApp-Nutzern herzustellen – und damit Konkurrenten wie OpenAI, Anthropic, Mistral oder kleinere europäische KI-Anbieter auszuschließen.

Die EU-Kommission befürchtet insbesondere:

  • dass Meta Drittanbieter-KIs systematisch benachteiligen könnte,

  • dass Schnittstellen (APIs) nur eingeschränkt oder gar nicht geöffnet werden,

  • und dass Meta AI durch die Einbettung automatisch zur Standardlösung wird – ohne faire Wahlmöglichkeit für Nutzer.

Solche Praktiken könnten gegen EU-Wettbewerbsrecht und Teile des Digital Markets Act (DMA) verstoßen, der dominante Tech-Konzerne stärker reguliert.

Italienische Wettbewerbsaufsicht war bereits aktiv

Der Fall ist nicht neu: Schon im Frühjahr 2025 hatte die italienische Wettbewerbsbehörde (AGCM) ihre Ermittlungen gegen Meta erweitert. Auch dort ging es um den KI-Chatbot in WhatsApp und den Vorwurf, dass Meta:

  • keinen offenen Zugang für konkurrierende KI-Dienste anbietet,

  • potenzielle Partner technisch ausbremst oder gar ausschließt,

  • die eigenen KI-Produkte bevorzugt sichtbar macht.

Die AGCM argumentiert, dass dies Verbraucherinnen und Verbrauchern weniger Auswahl lässt und die Innovationskraft im europäischen Technologiemarkt schwächt. Der Schritt der EU-Kommission zeigt nun, dass die Bedenken über Italien hinaus reichen.

Warum WhatsApp besonders sensibel ist

WhatsApp zählt in Europa zu den relevantesten Kommunikationsplattformen mit hunderten Millionen Nutzern. Wird dort ein neuer KI-Dienst direkt eingebaut, erhält er automatisch eine Verbreitung, die kein Wettbewerber aus eigener Kraft erreichen könnte.

Die EU sieht WhatsApp daher als eine Art Gatekeeper-Plattform – sobald Meta AI dort als Standard-Tool agiert, könnte sich der Wettbewerbsmarkt dauerhaft verschieben.

Meta verteidigt sich – und verweist auf Vorteile für Nutzer

Meta betont, dass der KI-Chatbot freiwillig sei und Nutzern neue Funktionen biete. Das Unternehmen erklärt regelmäßig, die Integration sei:

  • sicher,

  • transparent,

  • datenschutzkonform,

  • und im Sinne der Nutzerfreundlichkeit.

Zudem verweist Meta auf die Möglichkeit, Meta AI in einzelnen Ländern auszuschalten – ein Hinweis, dass man den regulatorischen Druck bereits ernst nimmt.

Doch ob diese Maßnahmen ausreichen, um den strengen EU-Anforderungen zu genügen, ist fraglich.

Mögliche Konsequenzen für Meta

Sollte die Kommission formelle Ermittlungen aufnehmen, droht Meta:

  • hohe Strafzahlungen (bis zu 10 % des weltweiten Umsatzes),

  • die Verpflichtung zur Öffnung von Schnittstellen für andere KI-Anbieter,

  • Änderungen der Produktgestaltung, etwa Wahlmöglichkeiten zwischen verschiedenen KI-Diensten,

  • oder gar Einschränkungen beim Einsatz von Meta AI in Europa.

Im Extremfall könnte die EU Meta zwingen, Teile der KI-Integration zu entflechten oder technisch umzubauen.

Einordnung: Europa verschärft seinen Kurs gegen Big Tech-KI

Die geplante Untersuchung reiht sich ein in eine zunehmend harte Haltung der EU gegenüber großen Tech-Konzernen. Nach jahrelangen Verfahren gegen Apple, Google und Amazon trifft der aktuelle Vorstoß nun Meta – und erstmals explizit im Bereich Künstliche Intelligenz.

Für die EU steht viel auf dem Spiel:
Sie will verhindern, dass KI-Ökosysteme sich ähnlich monopolistisch entwickeln wie frühere digitale Märkte. Dazu gehört, dass mächtige Plattformen wie WhatsApp offen bleiben für Wettbewerb, Innovation und alternative Anbieter.

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