Nachfolgend finden Sie eine kompakte, anlegerorientierte Analyse des Jahresberichts des LOHRE Investment Fund für das Geschäftsjahr 01.08.2024–31.07.2025, basierend auf den gelieferten Unterlagen.
(Alle Daten stammen aus dem Jahresbericht)
1. Gesamtergebnis & Performancebewertung
Der Fonds erzielte im Geschäftsjahr ein positives Ergebnis von 876.467,88 EUR, was einer steigenden Anteilspreisentwicklung von 112,29 EUR auf 120,61 EUR entspricht – ein Zuwachs von ca. +7,4 %.
🔹 Positiv:
Die Performance wirkt angesichts sehr volatiler Kapitalmärkte solide.
Die nicht realisierten Wertveränderungen (+1,02 Mio. EUR) waren der wichtigste Ertragsmotor, was auf deutliche Kurssteigerungen im Portfolio schließen lässt.
🔹 Negativ:
Das realisierte Ergebnis war deutlich negativ (–148.500 EUR).
Dies zeigt, dass Verkäufe im Berichtszeitraum eher Verluste eingebracht haben und die positive Entwicklung überwiegend „auf dem Papier“ stattfindet.
2. Fondsvolumen & Mittelbewegungen
Der Fonds schrumpfte von 13,35 Mio. EUR auf 11,79 Mio. EUR – ein Rückgang um rund 12 %, obwohl der Anteilspreis gestiegen ist.
Hauptgrund:
Hohe Netto-Mittelabflüsse von –2,43 Mio. EUR
(Rückgaben überstiegen neue Käufe deutlich).
➡️ Anlegerseitig zeigt sich offenbar Unsicherheit oder fehlende Bindung an das Produkt.
3. Portfoliostruktur und Anlageschwerpunkte
Die Portfolioauswertung (Seiten 1–4 des Berichts) zeigt:
Aktienquote (über Zielfonds): ca. 98 %
Somit entspricht der Fonds klar einem global orientierten Aktienfonds-of-Funds.
Regionale und thematische Schwerpunkte
Stark vertreten sind u. a. (Auszug aus der Vermögensaufstellung):
US-Wachstumstitel (ACMBernstein, Baillie Gifford US Growth, JPM America)
Technologie (BGF World Technology – größter Einzelposten mit 9,81 %)
Emerging Markets & Frontier (Magna New Frontiers 10,38 %, India Equity ~7 %)
Gesundheit / Biotech
Asien (Japan- und Chinafonds)
➡️ Das Portfolio ist breit diversifiziert, aber klar wachstumsorientiert, mit erhöhtem Risiko in Technologie, Emerging Markets und einzelnen „Specialty“-Bereichen wie Mining oder Cannabis-Aktien.
4. Kostenstruktur – ein kritischer Punkt
Die Gesamtkostenquote (TER) beträgt 2,13 %, hinzu kommen die internen Kosten der Zielfonds.
Zusätzlich angefallen:
Transaktionskosten: 1.749 EUR
Verwaltungsvergütung: 119.939 EUR
Verwahrstelle: 7.500 EUR
➡️ Für ein Fonds-of-Funds ist dies zwar nicht unüblich, aber für Anleger deutlich kostspielig.
Hohe Kosten drücken strukturell die Netto-Performance.
5. Risikoanalyse & Marktbewertung
Der Fonds sieht sich laut Bericht vor allem folgenden Risiken ausgesetzt:
Marktrisiken
Die Märkte waren 2024/25 extrem volatil (Inflation, geopolitische Eskalationen, Politikwechsel USA).
➡️ Hohe Aktienquote = höhere Schwankungsanfälligkeit.
Währungsrisiken
Da viele Zielfonds USD/GBP geführt werden, bestehen signifikante Währungseinflüsse.
Liquiditätsrisiken
Investition in andere Fonds bedeutet: Bei Aussetzungen einzelner Zielfonds könnte die Handelbarkeit eingeschränkt sein.
Operationelle Risiken
Gut strukturiertes Kontrollsystem; keine Auffälligkeiten.
6. Nachhaltigkeit / ESG
Der Fonds erfüllt keine ESG-Standards (Artikel 6 gemäß Offenlegungsverordnung).
➡️ Für nachhaltigkeitsorientierte Anleger ist der Fonds nicht geeignet.
7. Bewertung aus Anlegersicht – Zusammenfassung
Stärken
Solide Performance von ca. +7 % im schwierigen Marktumfeld.
Sehr breite Diversifikation über Regionen, Sektoren, Zielfonds.
Klares Wachstumsprofil, besonders in Technologie und Asien.
Professionelle Fondsberatung und Governance.
Schwächen
Hohe Gesamtkosten, typisch für Fund-of-Funds, aber belastend.
Negatives reales Veräußerungsergebnis, Performance basiert stark auf Buchgewinnen.
Schrumpfendes Fondsvolumen, was langfristig problematisch sein kann.
Erhöhtes Risiko (Aktienquote ~98 %, Emerging Markets, Tech-Fokus).
Nicht nachhaltig (Art. 6) – ESG-Investoren ausgeschlossen.
Fazit für Anleger
Der LOHRE Investment Fund ist ein Fonds für renditeorientierte und risikobereite Anleger, die eine globale, wachstumsstarke Ausrichtung suchen und die sehr hohen Kosten akzeptieren.
Die Entwicklung des Anteilspreises zeigt eine gute Wertentwicklung, jedoch sollte die Kostenlast sowie die Tatsache, dass ein Großteil der Performance auf nicht realisierten Gewinnen beruht, kritisch betrachtet werden.
Ein möglicher Risikoaspekt ist zudem der deutliche Mittelabfluss, der auf eine schwächer werdende Marktakzeptanz hindeuten kann.